Keine „Gefährder“ in der Stadt Staatsschutz sieht keine Gefahr durch Moschee in Lingen

Die Masjid-Arrahma-Moschee und ihre Besucher in Lingen sind umstritten. Aber eine Gefahr geht von dort nicht aus, erklärt der Staatsschutz. Foto: Wilfried RoggendorfDie Masjid-Arrahma-Moschee und ihre Besucher in Lingen sind umstritten. Aber eine Gefahr geht von dort nicht aus, erklärt der Staatsschutz. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Masjid-Arrahma-Moschee und ihre Besucher in der Lingener Großen Straße sind umstritten. Aber eine Gefahr geht von dort nicht aus, erklärt der Staatsschutz.

„Uns ist nie etwas aufgefallen, was aus dem rechtlichen Rahmen fallen würde“, sagte Andreas Hüsken im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Polizeioberkommissar arbeitet beim Staatsschutz der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim. Mit dem Imam der Masjid-Arrahma-Moschee, Jibril Ali, führe die Polizei regelmäßige Kooperationsgespräche. „Wir stehen in einem guten Austausch“, versicherte Hüsken.

Keine Finanzierung aus salafistischen Quellen

Es gebe keinen Hinweis auf eine Finanzierung der Moschee aus salafistischen Quellen, sagte der Staatsschützer weiter. „Nur weil sich jemand traditionell islamisch kleidet, heißt das nicht, dass er Salafist ist“, erklärte Hüsken. Imam Jibril Ali und viele Besucher der Moschee gehörten einer Richtung des Islam an, die ihren Glauben sehr konservativ leben und missionarisch tätig sein würden. Dies sei aber durch die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit gedeckt. „Bei anderen Religionen gibt es das schließlich auch“, sagte Hüsken.

Mehr als 100 Gläubige beim Freitagsgebet

Zum Freitagsgebet würden sich mehr als 100 Gläubige in der Moschee einfinden. Daher habe der Imam die Räume in der Großen Straße 2016 innen umgebaut. „Der ursprüngliche Laden ist dem vergrößerten Gebetsraum weitestgehend gewichen“, erläuterte Hüsken. Dabei habe er auch baurechtliche Auflagen der Stadt Lingen beachtet.

Keine Hinweise auf Hasspredigten

Hinweise bezügliche der Moschee würden vom Staatsschutz gerade angesichts der derzeitigen Sicherheitslage bis ins Detail überprüft. Aber es lägen keine Hinweise beispielsweise auf Hasspredigten vor. „Wenn uns Tatsachen bekannt würden, dass dort Hass gepredigt wird, würden wir sofort einschreiten. Dazu stehen uns geeignete Maßnahmen und Möglichkeiten zur Verfügung“, erklärte Hüsken. Doch solche Tatsachen seien nicht bekannt. Die Polizei halte die Moschee und das Geschehen jedoch weiterhin aufmerksam im Auge. Im Übrigen sei dem Staatsschutz kein einziger sogenannter „Gefährder“ in Lingen bekannt.


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