Kommentar Lösung für Muslime mit Behutsamkeit finden

Der Gebetsraum der Bait-ul-Wahid Moschee in Hanau/Hessen. Foto: dpaDer Gebetsraum der Bait-ul-Wahid Moschee in Hanau/Hessen. Foto: dpa

Lingen. Die Suche nach einem weiteren Gebetsraum für Muslime in Lingen sollte mit Behutsamkeit erfolgen, meint der Kommentator.

Es ist zu wünschen, dass die Diskussion über einen weiteren Gebetsraum für Muslime in Lingen mit Klugheit, Behutsamkeit und Rücksicht auf die Interessen und Empfindlichkeiten aller Beteiligten geführt wird. Also exakt nicht so wie die Debatten in diversen Facebook-Gruppen laufen, sobald es um Flüchtlinge, Migranten und die Ausübung von Religion geht.

In Lingen gibt es viele Bürger mit Migrationshintergrund, die teils schon lange in der Stadt leben. Da kann ein Gebetsraum, der von einer breiten Mehrheit der Muslime akzeptiert wird, Ausdruck einer immer noch vorhandenen Willkommenskultur sein. Die sollte trotz einer veränderten Stimmungslage in Deutschland gerade in Lingen weiterhin gelten, wo Bürger mehrfach ihren Einsatz für Toleranz und gegen Rassismus unter Beweis gestellt haben. Das macht die Suche nach einem geeigneten Standort nicht einfacher, sollte aber allen Beteiligten Ansporn sein, endlich eine Lösung zu finden. Der Gebetsraum in der Großen Straße ist keine, da der missionarische Eifer dort offensichtlich bei vielen Muslimen in der Stadt eher auf Ablehnung stößt.

Zugeklebte Schaufenster und anders gekleidete Menschen sind aber keine Rechtfertigung dafür, Besucher der Moschee unter Generalverdacht zu stellen, wie es in den sozialen Netzwerken geschieht. So mancher dort wandelt mit seinen Äußerungen dichter am Rande der Legalität, als er es bei anderen vermutet.


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