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10.01.2017, 17:30 Uhr FEHLER IM SYSTEM

Andere Vergütung für Stromproduktion in Lingen notwendig

Kommentar von Wilfried Roggendorf

Die drei Blöcke des Lingener Gaskraftwerkes kosten Geld, auch wenn sie gerade keinen Strom produzieren. Foto: dpaDie drei Blöcke des Lingener Gaskraftwerkes kosten Geld, auch wenn sie gerade keinen Strom produzieren. Foto: dpa

Lingen. Spielt die Wirtschaft manchmal verrückt? Angesichts von Negativzinsen und negativen Strompreisen ist unser Kommentator der Meinung: manchmal ja.

Die Wirtschaft scheint ein wenig verrückt zu spielen. Negativzinsen in der Finanzbranche und Negativpreise an der Leipziger Strombörse sind Effekte, die kaum noch nachzuvollziehen sind. Für den Laien ist es nicht nachvollziehbar, warum jemand, der Geld anlegt, oder, wie das Gaskraftwerk Lingen, Strom produziert und in das Netz einspeist, dafür teilweise auch noch bezahlen muss. Dies führt den bewährten Grundsatz, dass sich Leistung lohnen muss, ad absurdum.

Warum schaltet RWE dann das Lingener Gaskraftwerk nicht gleich ganz ab, anstatt es nur wegen des Vorranges regenerativer Energien in den Sommermonaten zu konservieren?

Die Antwort ist einfach: Weil das Kraftwerk gebraucht wird. Windkraft- und Solaranlagen liefern nun einmal nicht verlässlich rund um die Uhr Strom. Da muss das Lingener Kraftwerk bei Bedarf einspringen können. Dieser Bedarf ist kaum kalkulierbar. Deshalb muss die Anlage stets bereitstehen. Das kostet Geld und verursacht Fixkosten, für die es keine Vergütung gibt. Da stimmt im System etwas nicht.


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