Ab Weihnachten elf Tage vom Netz Im KKE in Lingen werden Brennelemente gewechselt

Brennelemente wie dieses bei ANF in Lingen produzierte Exemplar werden jetzt im KKE ausgetauscht. Foto: Sven LampeBrennelemente wie dieses bei ANF in Lingen produzierte Exemplar werden jetzt im KKE ausgetauscht. Foto: Sven Lampe

Lingen. Die Betreiber des Kernkraftwerkes Emsland (KKE) in Lingen nutzen die Zeit um den Jahreswechsel für einen Wechsel ausgedienter Brennelemente. Für den routinemäßigen Austausch geht das KKE am 26. Dezember für voraussichtlich elf Tage vom Netz.

Beim zweiten Wechsel von Brennelementen in diesem Jahr werden laut Kraftwerksleiter Jürgen Haag 24 der 40 Brennelemente ausgetauscht. Mitte dieses Jahres hatte RWE im Zuge der turnusmäßigen Kraftwerksrevision die übrigen 16 Elemente gewechselt. Als Grund für den „Doppelwechsel“ nannte Haag eine bessere Ausnutzung der Elemente: „Wir können die Einsatzplanung für die letzten sechs Betriebsjahre des Kraftwerkes auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimieren.“

Letzte MOX-Elemente

Neben zwölf Brennelementen mit frischem schwach angereicherten Uran werden letztmals auch zwölf so genannte MOX-Brennelemente ins KKE gebracht. Die Mischoxid-Brennelemente sind laut Haag die letzte Lieferung mit nuklearem Recyclingmaterial aus einer Wiederaufbereitungsanlage.

Parallel Wartungsarbeiten

Parallel zum Wechsel der Brennelemente stehen im KKE rund 200 routinemäßige Prüfungen und Wartungsarbeiten wie die Inspektion der Hauptölpumpe und der Austausch des Turbinendrehzahlwächters auf dem Plan. Außerdem werden Komponenten überprüft, die auch in anderen Kernkraftwerken im Einsatz sind und deren Betrieb dort zu meldepflichtigen Ereignissen geführt hat. Insgesamt werden laut Haag etwa 120 Fachleute tätig, deren Wirken von Sachverständigen des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz kontrolliert wird. Die Kosten der Aktion einschließlich des Stillstandes beziffert Haag auf rund 3,5 Millionen Euro.

Möglichst wenig Feiertagsarbeit

Als Grund für die Terminwahl nennt der Kraftwerksleiter unter anderem die zu dieser Zeit geringe Nachfrage nach Strom. An den Strombörsen werde teilweise so wenig geboten, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich sei. Die Feiertagsarbeit für die Mitarbeiter soll laut Haag auf ein Minimum reduziert werden. Daher sieht der Zeitplan vor, dass das Kraftwerk in den Abendstunden des zweiten Weihnachtstages abgeschaltet wird. Die eigentlichen Arbeiten sollen am 27. Dezember beginnen. Am 28. wird die Temperatur des Druckwasserreaktors von den im Betrieb üblichen 308 Grad Celsius auf annehmbare 50 Grad abgesunken sein. „Erst dann können wir den Deckel aufmachen und an die Brennelemente ran“, erläutert Haag. Silvester und Neujahr werden laut Haag nur termingebundene Arbeiten erledigt werden — auch das aus Kostengründen, schließlich werden an Feiertagen Zuschläge zum Lohn fällig: „Wir planen, alle Maßnahmen in rund elf Tagen umzusetzen und möchten dabei die Feiertagsarbeit über den Jahreswechsel auf das unbedingt notwendige Maß beschränken“

Nächster Termin im Mai 2017

Noch bevor die jetzigen Arbeiten beginnen, sind die nächsten schon geplant. Mitte Mai 2017, so Haag, wird das KKE für die nächste Revision erneut vorübergehend den Betrieb einstellen. Dann allerdings für drei Wochen.


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