Investition 15 Millionen Euro Krone baut Test-Zentrum im Industriepark in Lingen


Lingen. Die Krone-Gruppe aus Spelle wird im Industriepark in Lingen ein Test-Zentrum für die von dem emsländischen Familienunternehmen entwickelten Nutzfahrzeuge, Landmaschinen und Achsen bauen.

Dabei handelt es sich um die Errichtung eines sogenannten „Validierungszentrums“. Validierung stellt die Frage nach der Effektivität einer Entwicklung. Die Gesamtinvestition auf dem circa 13 Hektar großen Gelände beläuft sich auf 15 Millionen Euro. Bernard Krone, geschäftsführender Gesellschafter der Krone Gruppe, und Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone unterzeichneten am , 21. Dezember 2016, die entsprechende Vereinbarung im Lingener Rathaus. Die Stadt geht von einem Baubeginn im Frühjahr 2018 aus. Die Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen.

Auch Teststrecke geplant

Das Test-Zentrum soll den Angaben zufolge eine Maschinenhalle mit Werkstätten, eine Testhalle mit Prüfständen, einen Bürotrakt sowie weitere Test- und Prüfeinrichtungen umfassen. Auch eine Teststrecke zur Endabnahme der Fahrzeuge wird es nach den Worten von Josef Horstmann, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Krone, geben.

„Strahlkraft für den Industriepark“

Bei einem Pressegespräch im Rathaus äußerte sich Oberbürgermeister Krone hoch erfreut über die geplanten Investitionen: „Die Ansiedlung durch die Krone-Gruppe bedeutet eine Strahlkraft für den gesamten Industriepark.“ Der Verwaltungschef verwies darauf, dass es damit gelungen sei, ein weiteres Unternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung zukunftsfähiger Technologien in der Stadt anzusiedeln. Das Vorhaben der Krone-Gruppe ergänze die bereits im Industriepark agierenden internationalen Unternehmen wie Rosen oder Dralon. Auch der Campus Lingen sei ein wichtiger Baustein der Standortattraktivität.

25 bis 30 Arbeitsplätze

Diesen Aspekt hatte Unternehmer Bernard Krone beim Pressegespräch ebenfalls hervorgehoben. Die ohnehin bereits bestehende Kooperation der Krone-Gruppe mit dem Campus Lingen als Standort der Hochschule Osnabrück solle in dem Validierungszentrum weiter intensiviert werden, betonte der Speller. Krone geht zunächst von 25 bis 30 Arbeitsplätzen aus, die geschaffen werden. „Die Zahl ist aber ausbaubar“, kündigte der Unternehmer an.

Gestiegene Anforderungen

Das Unternehmen war den Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters zufolge vor dem Hintergrund der enorm gestiegenen Anforderungen an Maschinen, Technik und Lebensdauer der Fahrzeuge schon seit Längerem auf der Suche nach einem gemeinsamen Test-Standort im Emsland. Bislang hatten die verschiedenen Testreihen bei unterschiedlichen Instituten, auch in den Niederlanden, stattgefunden. „Wir wollten für die gesamte Gruppe einen Standort und kein Testzentrum für die Landmaschinentechnik und ein anderes für die Fahrzeugtechnik“, sagte Krone. An den Standorten in Spelle, Werlte und Herzlake sollen nach seinen Worten die noch vorhandenen Flächen für Produktionserweiterungen reserviert bleiben.

„Faire und harte Verhandlungen“

„Wir haben dann nach einem Areal gesucht, das dazwischen lag“, sagte Krone und spielte damit den Ball Richtung Oberbürgermeister Dieter Krone und Ludger Tieke, Leiter der Wirtschaftsförderung. Die Gespräche mit der Stadt Lingen bezeichnete der Speller als „interessante, offene, faire und harte Verhandlungen“. Oberbürgermeister Krone dankte der Unternehmerfamilie Krone für ihre Verbundenheit mit der Region. Wirtschaftsförderer Tieke verwies auf den Masterplan, der im Jahr 2000 für den Industriepark entwickelt worden sei. Die Umsetzung dieses Masterplans durch die Ansiedlung der Krone-Gruppe sei ein besonderer Tag für die Stadt Lingen.

Umsatz von 1,8 Milliarden Euro

Die Krone-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 einen Umsatz in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro erwirtschaftet – rund 200 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Den Löwenanteil mit 1,2 Milliarden Euro steuerte die Nutzfahrzeug-Sparte aus Werlte bei. Am Standort im nördlichen Emsland sollen rund 50 Millionen Euro investiert werden. Die Krone Gruppe beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich weltweit 4281 Mitarbeiter (Vorjahr 3097). Hierin enthalten sind 261 Auszubildende (Vorjahr 220).

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Industriepark Lingen

Die Unternehmen im „Industriepark Lingen“ im Kreuzungsbereich der B70 und B213 beschäftigen nach Angaben der Wirtschaftsförderung der Stadt über 3000 Mitarbeiter in unterschiedlichen Branchen und Industriezweigen. Dazu gehören u.a. die Kraftwerke der RWE, Areva, Baerlocher, Benteler, Mainka, Rosen, Dralon und EMP. Der „Industriepark Lingen“ verfügt aktuell über 150 Hektar Industrie- und Gewerbeflächen und bis zu 33 Hektar zusammenhängende Fläche. Über eine Milliarde Euro haben die Unternehmen in den letzten Jahren in ihre Anlagen investiert. Im Industriepark ist modernste Telekommunikationsinfrastruktur mit Glasfaseranbindung vorhanden, eine Strom- und Dampfversorgung durch den Kraftwerksstandort der RWE in allen Leistungsspektren, eine optimale Erdgasversorgung und eine Wasserver- und Abwasserentsorgung, die den Angaben der Wirtschaftsförderung zufolge höchsten Anforderungen entspricht.

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