RB Lingen will in Bezirksliga Sportausschuss sieht Gründung eines „FC Lingen“ skeptisch

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Vor mehr als 100 Jahren wurde der TuS Lingen gegründet. Welches Namensschild wird nach der Auflösung des Vereins auf der Tribüne des Emslandstadions hängen? Foto: Wilfried RoggendorfVor mehr als 100 Jahren wurde der TuS Lingen gegründet. Welches Namensschild wird nach der Auflösung des Vereins auf der Tribüne des Emslandstadions hängen? Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Über die Pläne der Stadt, einen höherklassigen Fußballverein in Lingen zu etablieren, hat der Lingener Sportausschuss in seiner jüngsten Sitzung diskutiert. Mehrere Mitglieder betrachteten dies mit Skepsis.

Erster Stadtrat Stefan Altmeppen erklärte, höherklassiger Fußball in der Stadt sei im Interesse aller. Nach der Abmeldung der Oberligamannschaft des TuS wolle die Stadt einen neuen Anlauf nehmen, einen gemeinsamen Verein zu etablieren. Hierfür hat die Stadt den Namen „FC Lingen“ geplant und Markenschutz für diese Bezeichnung beantragt . „Junge Talente sollen in Lingen spielen können“, sagte Altmeppen. Auf Nachfrage erklärte er, dass es hierzu verschiedene Modelle gebe. Wie diese Modelle aussehen, wollte Altmeppen nicht sagen. „Das möchten wir zunächst den Vorsitzenden aller Lingener Fußballvereine vorstellen, die wir noch in diesem Jahr zu einem Gespräch einladen werden.“

Koop: Idee geht an der Realität vorbei

„Irritiert“ zeigte sich BN-Fraktionsvositzender Robert Koop, darüber, dass die Stadt sich im Fußballspitzensport organisatorisch engagieren wolle. Die Idee, dass die anderen Vereine Spieler für einen FC Lingen abstellen würden, gehe an der Realität vorbei. Koop wies auf den finanziellen Aspekt hin: „Wenn man einen machen will, der Spitzensport bietet, muss eine Million Euro im Jahr auf den Tisch. Ich halte es für eine Illusion, dass es die gibt.“

Meyer: Konzept FC Lingen beerdigen

Auch Stefan Heskamp (CDU) betrachtete es als schwierig, einen Retortenverein zu bilden. Irgendwann solle ein bestehender Lingener Verein versuchen, Talente unterhalb des Jugendleistungszentrums in Meppen zu bündeln. „Dafür müssen die anderen Vereine aber umdenken“, forderte Heskamp. Sozialdemokrat Hermann-Otto Wiegmann meinte, es sei ein ungünstiger Zeitpunkt, um einen neuen Verein aufzubauen, auch wenn ihm der Spitzensport bei den Mannschaftssportarten fehle. „Da schauen viele sehnsüchtig nach Meppen und Nordhorn.“ Allerdings seien hier Vertreter der Wirtschaft mehr gefragt als die Vertreter der Stadt. Dirk Meyer (FDP) äußerte die Ansicht, dass das Konzept „FC Lingen“ wohl demnächst beerdigt werde. „Da keiner eine Million im Jahr geben wird, ist das vom Tisch“, prognostizierte Meyer.

RB Lingen will irgendwann in die Bezirksliga

Unterdessen hat sich der Hauptsponsor und Beiratsmitglied des RB Lingen, Heinrich Essmann, geäußert. Er bezweifelte, ob ein „FC Lingen“ sinnvoll ist: „Ich weiß nicht, wo das Geld herkommen soll.“ Der RB Lingen selbst wolle Kinder und Jugendliche fördern und ihnen den Spaß am Fußball erhalten. Essmann stellte klar, dass die Aussage des RB-Vorsitzenden Marcel Eilermann, es werde keine bezahlten Spieler mehr geben, falsch sei. „Es sollen keine Spieler durch überhöhte Zahlungen von anderen Vereinen abgeworben werden“, sagte Essmann. Derzeit würden keine Spieler des TuS beziehungsweise des RB Lingen bezahlt. „Unser Wunsch wäre es, uns mit RB Lingen irgendwann in der Bezirksliga zu etablieren“, erläuterte Essmann die Zielsetzung des TuS-Nachfolgevereins. „Aber nicht mit aller Gewalt“, fügte er hinzu. Der neue Verein könne sich keine überhöhten Personalkosten leisten.


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