Bewährungs- und Geldstrafen Amtsgericht Lingen verurteilt dealende Nachbarn

Zuerst kifften zwei Nachbarn gemeinsam, dann stiegen sie zusammen in den Drogenhandel ein. Nun wurden sie dafür vom Amtsgericht Lingen verurteilt. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpaZuerst kifften zwei Nachbarn gemeinsam, dann stiegen sie zusammen in den Drogenhandel ein. Nun wurden sie dafür vom Amtsgericht Lingen verurteilt. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

Lingen Sie lebten ein gutes Jahr lang in einträchtiger und vor allem einträglicher Nachbarschaft: Zwei Männer im Alter von 21und 34 Jahren haben sich mit einem florierenden Marihuana-Geschäft  in 51 Fällen des gemeinschaftlich und gewerbsmäßig begangenen unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln strafbar gemacht. Nun wurden sie vom Amtsgericht Lingen verurteilt.

Das Jugendschöffengericht verurteilte den 21-Jährigen deswegen sowie wegen 28-facher unerlaubter Einfuhr und siebenfachen Erwerbs von Betäubungsmitteln, vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unter Einbeziehung eines vorangegangenen Strafbefehls zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Er wurde der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellt. Ihm wurde auferlegt, 2400 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen, Kontakt mit der Fachambulanz Sucht zu halten und mit fünf Drogenschnelltests seine Abstinenz nachzuweisen.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Gegen den 34-Jährigen verhängte das Gericht zwei Jahre Haft auf Bewährung, neben dem gemeinsamen Handeltreiben auch wegen unerlaubten Überlassens von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch in zehn Fällen. Auch ihm wurde ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt und auch er muss 2400 Euro zahlen. Seine Bewährungszeit wurde auf fünf Jahre festgelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Gemeinsam gekifft

„Er zog nebenan ein, wir haben uns gut verstanden, bei einem Bierchen erst übers Kiffen geredet und dann auch gemeinsam gekifft“, erinnerte sich der 21-jährige Angeklagte an die Anfänge. Selbst bereits vorher schon mit der Weichdroge vertraut, hatte der damals 18-jährige anno 2013 begonnen, Marihuana an seine Clique, Bekannte und andere Personen für 10 Euro das Gramm zu veräußern. Den Stoff bekam er von seinem neuen Nachbarn, der regelmäßig und je nach Bedarf jeweils 100 Gramm Marihuana für 500 Euro von einem bislang unbekannten Dealer erwarb. Die Gewinnspanne nutzten die beiden Angeklagten, um ihren eigenen Hasch-Konsum zu finanzieren. Nachdem der 34-Jährige aufgrund von Mietschulden auszog, organisierte sich der 21-Jährige das Marihuana daraufhin selbst aus den Niederlanden.

Raus aus der Drogengeschichte

Nicht erst vor Gericht zeigte sich der junge Mann geständig, bereits bei der Polizei hatte er umfangreiche Angaben zu den Taten gemacht. „Ich hatte den Eindruck, dass er aus der ganzen Drogengeschichte definitiv raus und reinen Tisch machen will“, sagte eine Polizeibeamtin.

Als der 34-Jährige in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem 21-Jährigen eine neue Bleibe fand, hatte er gerade eine zwei Drittel einer sieben Jahre und sechs Monate dauernden Freiheitsstrafe abgesessen. Diese Strafe, deren Rest zur Bewährung ausgesetzt ist, war unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs verhängt worden. Aktuell wird dem 34-Jährigen seitens seines Bewährungshelfers aufgrund seines positiven Lebenswandels eine gute Sozialprognose attestiert.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.


0 Kommentare