Diskussion über Horte Schülerzahlen in Lingen bleiben weitgehend konstant

Die Overbergschule in Lingen wird derzeit umfassend saniert. Archivfoto: Ludger JungeblutDie Overbergschule in Lingen wird derzeit umfassend saniert. Archivfoto: Ludger Jungeblut

Lingen. Die Schülerzahl an den Lingener Grundschulen bleibt weitgehend konstant. Dies hat die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses mitgeteilt.

„Derzeit besuchen insgesamt 1954 Schüler die 16 Grundschulen in städtischer Trägerschaft und die Ersatzschule Rosen bilinguale Grundschule“, sagte Sandra Sollmann, Fachbereichsleiterin Schule und Sport der Stadt Lingen. Laut einer Prognose würde diese Zahl in den kommenden Jahren nur unwesentlich schwanken. Allerdings stelle sich die Entwicklung einzelner Grundschulen in dieser Prognose in den Schuljahren 2016/2017 bis 2022/2023 unterschiedlich dar.

Einige Grundschulen wachsen – andere schrumpfen

Die Overbergschule, zahlenmäßig die größte Lingener Grundschule, werde von 215 auf 221 Schüler wachsen. Auch an der Johannesschule (von 195 auf 214) und der Matthias-Claudius-Schule (von 127 auf 174) zeichne sich eine positive Entwicklung ab. Eine starke Nachfrage herrsche an der Castellschule. Diese Grundschule für Schüler katholischen Bekenntnisses, die im südlichen Stadtgebiet wohnen, werde von 156 auf 201 Schüler wachsen und damit an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. Eine gute Entwicklung gebe es auch an der Paul-Gerhardt-Schule, die von 70 auf 124 Schüler wachsen werde. „Dies liegt auch am neuen Wohngebiet Emsauenpark im Schulbezirk der Paul-Gerhardt-Schule“, erklärte Sollmann. Rückläufig würden sich die Schülerzahlen an den Grundschulen Altenlingen (von 154 auf 122), Gauerbach (von 118 auf 89) und Damaschke (von 74 auf 59) entwickeln.

476 Lingener Schüler wechseln in Sekundarbereich I

Wie Sollmann weiter ausführte, seien zu Beginn des Schuljahres 476 Lingener Schüler in die Klassen 5 der verschiedenen Schulformen gewechselt. 204 davon (43 Prozent) besuchten das Gymnasium Georgianum in Trägerschaft des Landkreises oder das Franziskusgymnasium in Trägerschaft der Thuiner Franziskanerinnen. 40 Schüler (8 Prozent) besuchten den Hauptschul- und 68 (14 Prozent) den Realschulzweig der städtischen Friedensschule. 102 Schüler (22 Prozent) seien zur Marienschule, die sich in Trägerschaft des Bistums Osnabrück befindet, gewechselt und 62 (14 Prozent) zur vom Kreis getragenen Gesamtschule Emsland.

Betreuung auch nach 15.30 Uhr notwendig

Sollmann wies darauf hin, dass an allen städtischen Grundschulen ein verlässliches Angebot bis 13 Uhr und darüber hinaus Angebote wie Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften bis 15.30 Uhr bestünden. CDU-Ratsdame Stefanie Heider meinte hierzu: „Das ist keine Zeit, um die berufstätige Eltern schon Feierabend haben. 15.30 Uhr ist nicht der richtige Zeitpunkt, um den Laden abzuschließen.“ Heider forderte, zu ermitteln, wo es welchen Bedarf nach weiterer Betreuung gebe. Ihre Fraktionskollegin Irene Vehring erklärte, man brauche neben der offenen Ganztagsschule auch die Horte. Allerdings benötige man ein Verzahnungskonzept.

Sollmann: Es gibt Doppelstrukturen

Dem stimmte Sollmann zu. „Wir haben einen neuen Aufschlag gemacht, um solche Konzepte zu entwickeln. Der Landesgesetzgeber hat die Parallelstrukturen von Ganztagsschule und Hort noch nicht aufgelöst.“ Bei der Entwicklung solcher Konzepte müssten drei Dinge berücksichtigt werden: Die Kinder bräuchten eine Betreuung, die Zeit in den offenen Ganztagsschulen bis 15.30 Uhr alleine reiche hierfür nicht und es seien Doppelstrukturen bis 15.30 Uhr vorhanden. Jens Beeck (FDP) erklärte, dass es bei den Horten nicht nur um die zeitliche Flexibilität gehe. „Ein wesentlicher Aspekt ist die ganz andere Art der Begleitung, die erhalten bleiben sollte.“

Viel Applaus im Ausschuss erhielt Elternvertreterin Karin Funke-Rapp für ihre Feststellung, dass es in Lingen ein tolles Betreuungsangebot gebe. „Da steckt so viel Arbeit drin, die einmal ein ganz großes Lob und Anerkennung verdient.“


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