Kritik an der VGE BN: Erfolge des „LiLi“-Bus grob fahrlässig gefährdet

Die Wählervereinigung Die Bürgernahen kritisiert die Ankunft der „LiLi“-Busse zur gleichen Zeit am Zentralen Omnibusbahnhof in Lingen. Foto: Wilfried RoggendorfDie Wählervereinigung Die Bürgernahen kritisiert die Ankunft der „LiLi“-Busse zur gleichen Zeit am Zentralen Omnibusbahnhof in Lingen. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Bürgernahen (BN) in Lingen haben das vorübergehende Nichtanfahren bestimmter Haltestellen durch den „LiLi“-Stadtbus zu den Verkehrsstoßzeiten in Lingen kritisiert. „Es ist der völlig falsche Weg, die Haltestellen zu den ausgehängten Abfahrtzeiten innerhalb des Stadtkerns nicht weiter zuverlässig zu bedienen“, erklärte Robert Koop, Fraktionsvorsitzender der BN, laut einer Pressemitteilung.

„Für die Ursache, den Rückstau von Pkw auf dem Konrad-Adenauer-Ring und in anderen Teilen der Innenstadt, muss nun von der Stadtverwaltung endlich aktiv und verkehrslenkend eingegriffen werden. Dieser Missstand nahezu täglicher Staus zeichnet sich seit Jahren ab und darf nicht weiter ignoriert werden,“ meinte Koop weiter.

Erste Erfolge möglicherweise gefährdet

Die nach Ansicht der BN „dilettantische Reaktion“ der Mitarbeiter der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd, betroffene Haltestellen zu ignorieren, könnte nun nachhaltig die ersten Erfolge der „Lili“-Busse beschädigt haben. Das neue Stadtbus-System müsse sich im Mobilitätsmix neben Fahrrad und Pkw auch in Lingen zunächst etablieren. „Dies geschieht sicher nicht von allein“, merkte Ratsmitglied Sabine Stüting an und ergänzte: „So muss die ‚LiLi‘ neben einem schlauen Angebot auch mit klugen Marketing-Instrumenten überzeugen.“ Die Verlässlichkeit sei dabei der Dreh- und Angelpunkt eines erfolgreichen Stadtbussystems. „Da gibt es für die ‚LiLi‘-Busbetreiber noch viel zu tun!“

30- oder 15-Minuten Takt ohne Mehrkosten

Mit dem aktuellen Takt von 60 Minuten auf jeder der acht Linien, erfülle die LiLi bislang auch nur den absoluten Minimalanspruch an einen modernen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). „Wir fordern“, sagte Marc Riße, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, „kurzfristig zu prüfen, ob das bisher gewählte sogenannte Rendezvous-System weiter sinnvoll ist, bei dem sich alle acht ‚LiLi‘-Stadtbuslinien aus den Orts- und Stadtteilen zur gleichen Zeit am Bahnhof treffen. Insbesondere auf dem innerstädtischen Ring zwischen Bahnhof, Konrad-Adenauer-Ring und Krankenhaus könnte durch das Verschieben der Abfahrtszeiten der einzelnen Linien kurzfristig ein 30- oder sogar 15-Minuten-Takt ohne Mehrkosten umgesetzt werden.“

Haltesteige für beide Fahrtrichtungen

Für das Erreichen des Bahnhofs und der Hochschule wäre außerdem ein vorgelagerter Haltesteig des ZOB an der Kaiserstraße denkbar. Baulich könnten Haltestellen mit einem klaren Schwerpunkt, wie beispielsweise am Medicus-Wesken-Gesundheitszentrum und am Krankenhaus, so verändert werden, dass sich Haltesteige für beide Fahrtrichtungen auf nur einer Straßenseite befinden. Dann müsste nur einmalig der „LiLi“-Bus, und eben nicht alle Fahrgäste einzeln, die Straße queren.

Andere Städte als Vorbild

Die Kommunalpolitik könne hier nur erste, wichtige Impulse setzen. Konkrete Maßnahmen wie beispielsweise Gruppenkarten und Jobtickets müssten an anderer Stelle entwickelt werden. Vorbild dafür seien andere Städte mit einem verlässlichen Stadtbussystem.

Zusammenarbeit mit VGE-Süd fraglich

„Wir hoffen sehr“, sagte Margitta Hüsken aus Baccum, „dass der weitere Erfolg des ‚LiLi‘-Bus mit dem unerklärlichen Vorgehen des LiLi-Betreibers VGE-Süd nicht aufs Spiel gesetzt wurde.“ Mittelfristig sei zu überprüfen, ob unter diesen Umständen eine weitere Zusammenarbeit mit der VGE-Süd sinnvoll erscheine. „Es ist entlarvend, dass das pünktliche Abfahren der Strecke mehr im Mittelpunkt steht als Fahrgastbeförderung und Kundenbindung“, resümierte Bernd Koop, BN-Vorstandsmitglied. Die BN will das Thema im städtischen Verkehrsausschuss auf die Tagesordnung bringen.