Bewährung für Eifersuchtstat Vater und Sohn wegen Raubes in Lingen verurteilt

Von Anne Bremenkamp

Das Amtsgericht Lingen verurteilt einen 61-Jährigen und seinen 34-jährigen Sohn wegen Raubes. Archivfoto: Manuel GlasfortDas Amtsgericht Lingen verurteilt einen 61-Jährigen und seinen 34-jährigen Sohn wegen Raubes. Archivfoto: Manuel Glasfort

Lingen. Eifersucht und eine familiär aufgeheizte Situation haben Vater und Sohn vor Gericht geführt: Wegen gemeinschaftlich begangenen Raubs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sind ein 61-Jähriger und dessen 34-jähriger Filius vom Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen zu jeweils einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Im Rahmen des Bewährungsbeschlusses wurde beiden nicht vorbestraften Männern eine Geldbuße von je 1000 Euro auferlegt. 600 Euro muss jeder von ihnen als Wiedergutmachung an das Opfer zahlen, weitere 400 Euro an die Staatskasse. Der Sohn wurde zudem der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellt. Die Verteidiger hatten auf Freispruch für ihre Mandanten plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Morddrohung

Das Gericht sah es nach eingehender Beweisaufnahme als erwiesen an, dass die Angeklagten an einem dunklen Dezemberabend 2015 in Spelle einen 40-jährigen Mann, den der Sohn für den neuen Partner seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau hielt, überfallen, durch Faustschläge verletzt und ihm schließlich Handy und Autoschlüssel weggenommen hatten. Vor dem Übergriff hatten sie ihr späteres Opfer zunächst per Auto verfolgt und dessen PKW dann den schmalen Rückweg aus einer abgelegenen Sackgasse versperrt. Der Geschädigte erlitt bei dem Vorfall eine blutende Wunde an der Lippe sowie Hämatome an Armen und Beinen. Er konnte in ein nahegelegenes Waldstück flüchten und stellte am nächsten Tag aus Angst einen Gewaltschutzantrag gegen seine Peiniger. „Er hat gedroht, mich umzubringen“, erinnerte sich der 40-Jährige, der vor Gericht als Nebenkläger auftrat, an die am Tatabend getätigte Aussage des verschmähten Ehemanns. Anschließend war er zwei Wochen krankgeschrieben und litt eigenen Angaben zufolge noch länger an Angstzuständen und Depressionen.

Gewalt und Stalking

„Ich wollte da nur mal was klären. Von Mann zu Mann“, betonte der 34-jährige Angeklagte, dessen Vater schließlich einräumte, einmal zugeschlagen zu haben - allerdings nur aus Sorge um seinen Sohn. Die Noch-Ehefrau des angeklagten Sohnes sagte über ihn aus: „Er war gewalttätig gegenüber mir und den Kindern.“ Nach der daraufhin von ihr ausgesprochenen Trennung sei es zu verschiedenen Stalking-Vorfällen gekommen. Neben ihrem Noch-Ehemann schloss sie auch ihren Noch-Schwiegervater in ihr abschließendes Statement mit ein: „Ich habe ein paarmal erlebt, wie sie draufschlagen können.“