Seminar im LWH Wirtschaftverband Emsland bildet Integrationscoaches aus

Das erste Seminar zur Ausbildung zum Integrationscoach wurde vom Ludwig-Windthorst-Haus und dem Wirtschaftsverband Emsland angeboten V.l. Ghodiah Wardeh (Wirtschaftsverband Emsland), Markus Wellmann (LWH), sowie Pia-Maria Holle (Wirtschaftsverband Emsland). Foto: Wirtschaftsverband EmslandDas erste Seminar zur Ausbildung zum Integrationscoach wurde vom Ludwig-Windthorst-Haus und dem Wirtschaftsverband Emsland angeboten V.l. Ghodiah Wardeh (Wirtschaftsverband Emsland), Markus Wellmann (LWH), sowie Pia-Maria Holle (Wirtschaftsverband Emsland). Foto: Wirtschaftsverband Emsland

Lingen. Das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Lingen und der Wirtschaftsverband Emsland haben jetzt gemeinsam ein zweitägiges Seminar zur Ausbildung von Integrationscoaches abgehalten.

„Kultur spielt sich im Unbewussten ab, daher kann es unter Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft schnell zu Missverständnissen führen“, sagte Verena Kienzle, Referentin für interkulturelle Kommunikation, zu Beginn.

Integration in Arbeitsalltag und Arbeitsumfeld

„Flüchtlingen und Migranten können nur dann zu einem wirklichen Gewinn für Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden, wenn die Integration in den Arbeitsalltag und das Arbeitsumfeld gelingt“, ist Pia Maria Holle, Projektleiterin beim Wirtschaftsverband Emsland und verantwortlich für die Beratungsstelle „Bunter“ überzeugt. Dies könne dadurch gefördert werden, dass Mitarbeiter eines Unternehmens die neuen Arbeitskollegen begleiten. Denn diesen Menschen seien Arbeitsweise und Gepflogenheiten in Deutschland teilweise unbekannt. Ihnen fehlten eventuell sprachliche Mittel und damit der Mut, sich differenziert zu äußern oder Fragen zu stellen. „Konflikte mit Flüchtlingen und Migranten sind zu 90 Prozent kultureller Natur“, weiß auch Kienzle. Daher sei das Wissen über den kulturellen Herkunftsbereich der potenziellen Mitarbeiter von unschätzbarem Wert.

Aktuellen Fachkräftemangel begegnen

Und genau dieses Wissen und die Sensibilität wollen sich die Teilnehmer des ersten Integrationscoach-Seminar aneignen. Neben Vertretern von Unternehmen nahmen auch Mitarbeiter von karitativen Einrichtungen an dem Seminar teil. „Wir wollen mit der Integration von Flüchtlingen dem aktuellen Fachkräftemangel begegnen“, so ein Teilnehmer. In manchen Branchen, wie zum Beispiel der Bauindustrie fehlten die Nachwuchskräfte. Hoffnung werde hier auf Menschen mit Migrationshintergrund gesetzt, die sich in Deutschland langfristig eine Perspektive aufbauen wollen.

Rüstzeug an die Hand geben

„Wir wollen den Teilnehmern Rüstzeug an die Hand geben, damit sie in den Unternehmen als Schnittstelle zwischen den Mitarbeitern mit Migrationshintergrund und ohne fungieren können“, sagte Markus Wellmann, Studienleiter beim LWH. Neben dem Bereich der interkulturellen Kommunikation wurde auch über die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung von Migranten informiert. „Wir freuen uns, dass die Resonanz so positiv war“, freut sich Projektleiterin Holle. Das Ludwig-Windthorst-Haus und der Wirtschaftsverband Emsland planen im nächsten Jahr einen weiteren Durchlauf des Seminars.


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