Friesenblech überzeugt Beeindruckendes Konzert in der Lingener Kreuzkirche

Abwechslungsreich und einem auf hohem Niveau präsentierte sich Friesenblech in der Lingener Kreuzkirche. Foto: Peter MüllerAbwechslungsreich und einem auf hohem Niveau präsentierte sich Friesenblech in der Lingener Kreuzkirche. Foto: Peter Müller

Lingen. Unter dem Namen „Friesenblech“ hat sich vor ungefähr zwei Jahren eine Gruppe von zehn professionellen Blechbläsern aus Ostfriesland und dem benachbarten niederländischen Friesland zusammengetan, um nach dem Besetzungs-Vorbild des bekannten Ensembles „German Brass“ gemeinsam aufzutreten und damit unter anderem auch der Blechbläserszene in unserer Region etwas mehr Bekanntheit zu verschaffen.

Gemeinsam mit einem Schlagzeuger, der bei einigen Stücken die Truppe dezent im Hintergrund mit nötigem Rhythmus versorgte, war die Gruppe nun am 1. Advent mit einem auf die beginnende Adventszeit abgestimmten Programm in die Kreuzkirche nach Lingen gekommen.

Eine erfreulich große Anzahl von Musikfreunden war der Einladung gefolgt, und sie wurde mit einer abwechslungsreichen und einem auf hohem Niveau dargebotenen Präsentation belohnt, dabei an der Hand geführt von kurzweiligen Moderationen.

Beeindruckend und wohlklingend

„Nun komm, der Heiden Heiland“ – mit diesem altehrwürdigen Adventschoral hatte der 1. Advent schon vormittags mit einem ebenfalls gutbesuchten Kantatengottesdienst in der Kreuzkirche begonnen, nun eröffnete er das abendliche Programm mit einer Bläserbearbeitung aus unserer Zeit, ein festlich-strahlender Beginn.

Die Ouvertüre zu Verdi’s Oper „Nabucco“ nach der biblischen Vorlage des Königs Nebukadnezar über die Befreiung aus babylonischer Gefangenschaft überzeugte ebenso wie die folgende Bläserbearbeitung von Johann Sebastian Bach’s 3. Brandenburgischen Konzert, ein fröhliches „Concertare“ (Wetteifern).

Giovanni Gabrieli war am Markusdom in Venedig tätig und nutzte die dort gegebenen Möglichkeiten des mehrchörigen Musizierens. Als Beispiel davon erklang die doppelchörige „Sonata Pian e Forte“ für Hoch- und Tiefchor, das erste Stück der Musikgeschichte mit überlieferten Lautstärkeanweisungen – ein beeindruckendes und wohlklingendes Klangbad.

Gefühlvolle Bearbeitung

Vor der Pause noch eine kurze Vorschau auf Weihnachten mit drei Bearbeitungen zu Chorälen aus Bachs Weihnachtsoratorium.

Nach der Pause ging es dann „leicht verdaulich“ weiter, zunächst mit einer gefühlvollen Bearbeitung zu „Ich hol vom Himmel dir die Sterne“, gefolgt von zwei Stimmungsbildern von Jim Parker, die ein Londoner bei einem Besuch in New York eingefangen hat: die humorvollen „Echoes of Harlem“ und das monumentale Klanggebäude „The Chrysler Building“. Der Komponist Chris Hazell hat einen Zyklus über seine Hauskatzen für Blechbläserensemble geschaffen, daraus erklangen der ruhig-behäbige „Black Sam“ und das Stück über den Streuner „Borage“.

Äußerst mitreißend

Äußerst mitreißend gelang „I got Rhythm“ von Gershwin, bevor der Adventschoral „Tochter Zion“ stimmungsvoll das Programm abschloß.

Als Zugabe erklatschte sich die begeisterte Zuhörerschar noch den bekannten Bach-Choral „Jesus bleibet meine Freude“.

Einhelliges Urteil bei den Gesprächen am Ausgang: „Friesenblech“ muss unbedingt nochmal wiederkommen!


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