„Misswirtschaft“ Essmann erhebt Vorwürfe gegen Ex-Vorstand des TuS Lingen

Von Wilfried Roggendorf

Heinrich Essmann, im Bild nach seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des TuS Lingen am 12. Dezember 2011, hat sich jetzt zu seiner Rolle als Sponsor des TuS und seines Nachfolgevereins RB Lingen geäußert. Foto: Mike RöserHeinrich Essmann, im Bild nach seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des TuS Lingen am 12. Dezember 2011, hat sich jetzt zu seiner Rolle als Sponsor des TuS und seines Nachfolgevereins RB Lingen geäußert. Foto: Mike Röser

Lingen. Heinrich Essmann, Ehrenvorsitzender des TuS Lingen, hat sich jetzt zu seiner Rolle als Sponsor des TuS und seines Nachfolgevereins RB Lingen geäußert. Dabei erhebt er Vorwürfe gegen den alten Vorstand des Vereins.

„Als Sponsor bin ich nicht für die Misswirtschaft des Vorstandes verantwortlich“, betont Essmann in einem Schreiben an unsere Redaktion. Er habe schon 2015 den Verein vor Schlimmerem bewahrt, in dem er neues Geld gegeben habe. „Hierbei hat sich der damalige Vorstand, Klaus Salomon und Wolfgang Kielau, mir gegenüber schriftlich verpflichtet, für einen ausgeglichenen Haushalt zu sorgen“, versichert Essman und kritisiert, dass der Vorstand dies nicht gemacht habe.

„Ich muss hohe Forderung abschreiben“

„Mittlerweile habe ich erfahren, dass das Finanzamt und der Zoll einen hohen sechsstelligen Betrag an nicht abgeführter Lohnsteuer und Sozialbeiträgen nachfordern“, erklärt Essmann und äußert weiter: „Auch ich habe noch eine sehr, sehr hohe Forderung an den TuS Lingen, die ich jetzt abschreiben muss.“

Keine seriösen Antworten bekommen

Zum Beginn der Saison 2015/2016 habe er ausdrücklich darauf hingewiesen, die Personalkosten den finanziellen Möglichkeiten anzupassen. Dies sei aber leider nicht geschehen. „In mehreren Besprechungen, auch im größeren Rahmen – also unter Zeugen –, habe ich mit Nachdruck auf die finanzielle Situation hingewiesen“, schreibt Essmann. Auf seine Fragen sei nie eine klare und seriöse Antwort gekommen. Es seien immer wieder, und insbesondere von Klaus Salomon, unterschiedliche Zahlen genannt worden.

Vereinsneugründung musste schnell gehen

Der neue Verein RB Lingen sei jetzt gegründet worden, um vor allem den Jugendlichen weiterhin die Möglichkeit zu geben, dem Fußballsport nachzugehen. Dies habe schnell geschehen müssen und geschehe im Einvernehmen mit dem Niedersächsischen Fußballverband.

Den Namen RB Lingen bezeichnete Essmann in seinem Schreiben als sympathisch. Man sei in Anlehnung an den RB Leipzig darauf gekommen.

Kritik an Kommentar

Essmann erklärt, dass Fußball ohne Sponsoren nicht möglich sei und kritisiert damit einen Kommentar unserer Redaktion zur Neugründung des RB Lingen. Darin wurde es als unglücklich bezeichnet, dass Essmann als jemand, der mit Erfolgen, aber auch Misserfolgen des TuS Lingen in Verbindung gebracht wird, auch Hauptsponsor und Beiratsmitglied des RB Lingen ist. „Dem RB Leipzig zu unterstellen, dass er mit viel Geld des Hauptsponsors an die Tabellenspitze gekommen ist, ist schon seltsam. Sind andere Vereine, wie beispielsweise Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder TSG Hoffenheim ohne Geld und ohne Sponsoren zu ihren Erfolgen gekommen?“, fragt Essmann.

Ohne Geld weder Profi- noch Amateursport

Bei Bayern München seien mehrere Großkonzerne, wie Telekom, Audi, Adidas, und Allianz Hauptsponsoren. „Es gehört zur Fairness, entweder dieses zumindest im gleichen Atemzug zu erwähnen oder grundsätzlich den Hinweis auf Sponsorengelder wegzulassen, da ohne Geld weder Profi- noch Amateursport betrieben werden kann. Ich hoffe also auf eine etwas fairere Berichterstattung, insbesondere, was meine Sponsorentätigkeit angeht“, schreibt Essmann.

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