Mehrere Jahre Haft Amtsgericht Lingen verurteilt 48-Jährigen wegen Betrugs

Von Anne Bremenkamp

Das Amtsgericht in Lingen hat einen 48-Jährigen wegen Betrugs und weiterer Delikte zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Foto: Manuel Glasfort.Das Amtsgericht in Lingen hat einen 48-Jährigen wegen Betrugs und weiterer Delikte zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Foto: Manuel Glasfort.

Lingen. Betrug, Urkundenfälschung, Diebstahl, Unterschlagung, Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Fahren ohne Fahrerlaubnis: Wegen insgesamt zehn angeklagter Straftaten hat sich ein vielfach auch einschlägig vorbestrafter und hafterfahrener Mann vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen verantworten müssen.

Unter Einbeziehung eines vorangegangenen Urteils wurde der 48-Jährige zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Eine Verurteilung zu einem Monat Haft wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln erfolgte gesondert, da diese nicht gesamtstrafenfähig war. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Taten zur Finanzierung seiner Sucht

Der Angeklagte hatte vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt und somit ein langwieriges Verfahren mit einer Vielzahl von Zeugen deutlich verkürzt. Er hatte eingeräumt, sich im vergangenen Winter durch betrügerische Handlungen oder durch Diebstahl gegenüber Händlern und Privatpersonen Autos und Kleinkrafträder im Niedrigpreissektor verschafft zu haben. Mit den erbeuteten Fahrzeugen, die zum Teil statt des zugeteilten amtlichen Kennzeichens ein falsches Versicherungskennzeichen trugen beziehungsweise gar nicht erst haftpflichtversichert waren, ist er auch auf öffentlichen Straßen gefahren, ohne je im Besitz eines Führerscheins gewesen zu sein. Die Fahrzeuge wollte er allesamt zu Geld zu machen, um damit seine Drogensucht zu finanzieren. Im Rahmen einer Haftverlegung wurde bei dem Angeklagten zudem eine geringe Menge eines Marihuana-Tabakgemisches gefunden, das für den Eigenkonsum bestimmt und am Boden einer Thermoskanne versteckt gewesen war.

Keine verminderte Schuldfähigkeit trotz Drogenkonsums

Das Gericht hatte zur Frage der Schuldfähigkeit und zur Frage einer möglichen Unterbringung des hartdrogenabhängigen Angeklagten in eine Entziehungsanstalt ein psychiatrisches Gutachten eingeholt. Die Sachverständige kam zu dem Ergebnis, dass bei dem mehrfachen Therapieabbrecher weder Kriterien für eine verminderte Schuldfähigkeit noch für eine Unterbringung zu erkennen seien. Eigenen Angaben des Angeklagten zufolge habe er im Tatzeitraum zwar regelmäßig viel Heroin konsumiert, allerdings seien diesbezügliche Drogenscreenings allesamt unauffällig geblieben. Dies spreche für einen Gelegenheitskonsumenten mit Selbstbeherrschung und Kontrolle in bemerkenswertem Ausmaß.

Haftentlassung erst 2022 erwartet

„Selbstzerstörerisch“ nannte der Staatsanwalt das immer im ähnlichen Stil ablaufende Tatverhalten des 48-jährigen, dem die Konsequenzen seines Handelns völlig egal seien. Nach derzeitigem Stand der Dinge erwartet der bereits wegen einer anderen Sache Inhaftierte seine Haftentlassung im Jahr 2022.


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