Widersprüche von Bürgern Stadt Lingen genehmigt Bauantrag für Krematorium

Im Lingener Ortsteil Brögbern soll ein Krematorium entstehen. Foto: PertzIm Lingener Ortsteil Brögbern soll ein Krematorium entstehen. Foto: Pertz

Lingen. Die Stadt Lingen hat den Antrag der RE-Spectrum Brögbern GmbH zum Bau des geplanten Krematoriums in Brögbern genehmigt. Dies sagte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wie Schreinemacher und Dieter Frerich, Leiter des Fachdienstes Bauordnung und Denkmalpflege, mitteilten, erfolgte die Genehmigung seitens der Verwaltung am 28. September.

Gleichzeitig informierte die Verwaltung die Nachbarn des künftigen Krematoriums schriftlich über die Baugenehmigung. Diese hatten bis Anfang November die Möglichkeit, dagegen bei der Stadt Lingen Widerspruch einzulegen. „Es hat auch drei Widersprüche gegeben“, sagte Schreinemacher. Dabei handele es sich um zwei Bürger, die bereits ein Normenkontrollverfahren gegen das Vorhaben beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg angestrengt hätten, und um einen weiteren Bürger aus dem Ortsteil.

In einem sogenannten Normenkontrollverfahren muss das Gericht prüfen, ob das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans 20 ordnungsgemäß abgewickelt wurde und alle Belange abgewogen worden sind. Diese Klage hat nach Angaben des Stadtbaurates keine aufschiebende Wirkung. Das Gleiche gilt für den Widerspruch gegen den Bauantrag.

Nach Angaben von Schreinemacher und Frerich liegen zu den drei Widersprüchen gegen den Bauantrag noch keine Begründungen vor. Diese müssten noch eingereicht werden, damit die Stadtverwaltung über die Widersprüche entscheiden könne.

Im Falle einer Ablehnung der Widersprüche, von der auszugehen ist, könnten die Bürger Klage gegen den Bauantrag erheben. Diese Klage müsse innerhalb eines Monats erfolgen. Nach Darstellung von Schreinemacher hat die Verwaltung das Vorhaben planerisch sorgsam begleitet und alle Themenfelder sachgerecht abgewogen.

Zwischen der Stadt Lingen, Heinz-Hermann Tyding als Eigentümer und der RE-Spectrum Brögbern GmbH als Bauherrin und Betreiberin der Anlage ist im Vorfeld ein sogenannter „Städtebaulicher Vertrag“ geschlossen worden. Tyding stellt der Gesellschaft die notwendigen Flächen im Wege des Erbbaurechts bzw. durch Flächenverkauf zur Verfügung. Die Gesellschaft hatte den Bauantrag im Juli gestellt.

Im Vertrag verpflichtet sich die RE-Spectrum Brögbern GmbH, das Krematorium und die Stellplatzanlage innerhalb eines Zeitraums von 24 Monaten ab Erteilung der Baugenehmigung zu errichten und in Betrieb zu nehmen. Vertraglich festgelegt wurde außerdem der Einzugsbereich des Krematoriums von 40 Kilometern. Auch darf nur ein Verbrennungsofen installiert werden. Die Nutzung ist auf maximal 1500 Kremationen im Jahr beschränkt. Eine bauliche Erweiterung und die Errichtung eines zweiten Ofens sind ausgeschlossen. Die Stadt Lingen hat außerdem ein Ankaufsrecht an dem Grundstück, falls die Gesellschaft den Betrieb des Krematoriums in Brögbern einstellt, das Areal nebst Baulichkeiten zweckentfremdet oder Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt ist. Auf Anfrage der Redaktion sagte Tyding, dass im Dezember ein Gespräch zwischen der RE-Spectrum Brögbern GmbH und der Verwaltung stattfinden solle, um das weitere Vorgehen zu erörtern.

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