Existenzgründerin Fatime Wellnitz bietet Falafel auf Lingener Wochenmarkt an

Falafel sind nicht nur lecker, sondern auch gesund, weiß Fatime Wellnitz. Foto: Christiane AdamFalafel sind nicht nur lecker, sondern auch gesund, weiß Fatime Wellnitz. Foto: Christiane Adam

Lingen. „Was ist denn das?“, ist Fatime Wellnitz zu Anfang, als sie mit ihrem Falaf-EL-Wagen auf dem Lingener Wochenmarkt stand, häufiger gefragt worden. Inzwischen hat sie offenbar dafür gesorgt, dass die frittierten Bällchen aus Kichererbsen auch in Lingen bekannt geworden sind.

Denn immer mehr Kunden schätzen den vor allem im Libanon, in Israel und in Syrien beliebten Imbiss. „Mein Opa hatte ein Lokal im Libanon, da habe ich häufig zugeguckt, wie er die Falafel zubereitet hat“, erzählt die Gründerin.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Ihr eigenes Ding habe sie schon lange machen wollen, verschiedene Speisen mit Gewürzen anbieten, und das am liebsten fleischfrei. „Ich selbst bin seit meinem vierten Lebensjahr Vegetarierin“, begründet sie. „Der Trend zu vegetarischer beziehungsweise veganer Kost ist jetzt da. Da habe ich gedacht, wenn ich es jetzt nicht mache, wann dann?“, und so fiel die Entscheidung für die gelernte Schneiderin und Kauffrau im Gesundheitswesen, den neuen Weg in die Gastronomie einzuschlagen.

Mobiler Imbisswagen

Dass sie sich dabei nicht für ein festes Ladenlokal sondern für einen mobilen Imbisswagen entschieden hat, habe durchaus Gründe. „Zunächst einmal wollte ich es erst mal ausprobieren. Ein Imbisswagen hat weniger Fixkosten als ein gemietetes Ladenlokal. Außerdem muss man in einem festen Geschäft täglich vor Ort sein, während ich mit dem Wagen flexibler bin“, erklärt die Mutter eines elfjährigen Sohnes. Mit dem Imbisswagen, in dem nicht nur Falafel, sondern auch Salate, Pasten, Teigtaschen und andere zumeist orientalische Speisen feilgeboten werden, sei sie 2014 erstmals auf dem Lingener Winterzauber gewesen. Eine Bekannte habe sie danach angespornt, es mit einem festen Platz auf dem Wochenmarkt zu probieren. Eine andere Bekannte hatte zu der Zeit zufällig einen passenden Wagen zu verkaufen. „Da war Glück im Spiel!“, freut sich die Jungunternehmerin.

Catering als zweites Standbein

Ihr zweites Standbein ist das Catering für private und öffentliche Feiern. „Mich kann man auch buchen, mit oder ohne den Wagen“. Die Auswahl erarbeite sie dann gerne nach Kundenwunsch, auch über das Wochenmarktangebot hinaus: „Wenn gewünscht, bereite ich auch deutsche Speisen oder Fleischgerichte zu“.

„Schaff ich das oder schaff ich das nicht?

Hilfe bekommt sie von ihrem Mann. „Der bringt mich und den Imbisswagen zum Markt und holt mich auch wieder ab“, erzählt sie. Überhaupt sei der Rückhalt aus der Familie wichtig, wenn man sich selbstständig machen möchte: „Und zwar nicht nur im Wort, sondern auch in der Tat“, ergänzt sie. Und dass man ehrlich zu sich sein sollte: „Schaff ich das oder schaff ich das nicht? Bei dieser Frage darf man sich nichts vormachen“.


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