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30.10.2016, 12:07 Uhr ANTI-ATOM-DEMO IN LINGEN

Kernenergie in der Region: Folgen tragen

Ein Kommentar von Wilfried Roggendorf


Anti-Atomkraft-Demo in Lingen am 29. Oktober 2016. Foto: Wilfried RoggendorfAnti-Atomkraft-Demo in Lingen am 29. Oktober 2016. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Wer von der Kernenergie profitiert, muss auch bereit sein, die Folgen zu tragen, meint unser Kommentator.

Seit der Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerkes in Lingen 1968 profitiert die Region wirtschaftlich von der Kernenergie. Seit 48 Jahren wird hier Atommüll produziert, von dem bis heute keiner weiß, wo er einmal endgelagert werden soll.

Wenn in sechs Jahren das Kernkraftwerk Emsland abgeschaltet wird, strahlt dieser Müll tausende Jahre weiter. Und dies gilt auch für den Atommüll, der aus den bei Areva in Lingen produzierten Brennelementen entsteht.

Was wäre, wenn jemand in der ungelösten Endlagerfrage fordert, den Müll in der Region zu lagern, in der man von der Kernenergie profitiert hat, und den Salzstock in Wahn wieder ins Gespräch bringt? Schon jetzt regt sich im Emsland gegen diesen Gedanken Widerstand.

Wirklich zu Recht? Denn folgender Gedankengang ist nicht abwegig: Die Region kann nicht zuerst den wirtschaftlichen Nutzen der Kernenergie in Anspruch nehmen und dann von den Folgen, sollte zum Beispiel der Salzstock Wahn als Endlager geeignet gehalten werden, nichts wissen wollen.


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