Facettenreicher Auftritt Maxi Gstettenbauer meistert Lingener Comedy-Hürde


part Lingen. Früher wurden sie leicht abfällig Sonderlinge genannt, heute heißt es im jugendlichen Sprachgebrauch eher Nerds. Maxi Gstettenbauer ist einer von ihnen – ein ziemlich lustiger obendrein. Am Samstag stand der Comedian mit seinem Programm „Maxipedia“ auf der Bühne des Alten Schlachthofes in Lingen und strapazierte dabei nicht nur die Lachmuskeln der Generation Facebook seiner rund 150 Zuhörer.

Maxi Gstettenbauer ist anders. Anders, als all die herkömmlichen Stars der deutschen Comedyszene, die aufwendige Bühnenbilder entwerfen, nur um später in eine x-beliebige Rolle schlüpfen zu können. Maxi Gstettenbauer ist schlichtweg Maxi: Turnschuhe, schwarzes T-Shirt und Nerdbrille – eigentlich der unauffällige Mann von nebenan. Und doch irgendwie schon ziemlich cool.

Ohne viel Schnick-Schnack

Der 28-jährige Wahl-Kölner aus dem niederbayrischen Schwarzach braucht nicht viel Schnickschnack, um Leute zum Lachen zu bringen . Das hat er am Samstagabend facettenreich unter Beweis gestellt, als er mit seinem Programm „Maxipedia“ zu Gast im Alten Schlachthof war. Frech, mit feinem Gespür für die Stimmung im Publikum und im richtigen Moment mit viel Improvisationstalent zeigte sich der, laut Entertainer Stefan Raab, „kommende Stern am deutschen Comedyhimmel“ bei seinem Auftritt in Lingen.

Vielfältige Themenauswahl

Dabei punktete der Vorzeige-Nerd vor allem mit seiner vielfältigen Themenauswahl, die sich von Technik über gesellschaftliche Probleme wie Homophobie bis hin zur Faulheit der Deutschen und Alltagsproblemen erstreckte. Vor allem das Videoportal „Youtube“ bekam in den ersten Minuten des Auftritts einige verbale Spitzen des Comedians ab: So stellte er seinem Publikum die rhetorische Frage „Brauchen wir das wirklich?“, nur um daraufhin zu erläutern, dass unter dem Suchbegriff „Nix“ über 60.000 Videos zu finden seien.

Auch Streaming-Dienste wie Netflix („Eine weitere Folge lädt nach Ende der vorherigen von alleine. Die einzige Herausforderung beim Gucken besteht darin, nicht zu sterben“) oder deutsche TV-Serien wie Sturm der Liebe („Wenn man genau hinsieht, kann man die Kotze bei den Schauspielern im Nacken sehen, wenn sie ihre Dialoge sprechen“) wurden aufs Korn genommen.

Nach der Pause veralberte Gstettenbauer die „Twillight“-Filme („Bei der Liebe zwischen der 17-jährigen Stella und dem 109 Jahre alten Edward würde selbst ein katholischer Pfarrer sagen, dass ihm der Altersunterschied zu krass wäre“) und erzählte Geschichten von seinen Anfängen als Comedian.

Wiedersehen in Lingen möglich

Dass Lingen ein anspruchsvolles Publikum sei, hatte ihm Mario Barth bereits verraten, als er in der Woche zuvor in der Show des Berliners gewesen ist, erwähnte Gstettenbauer. Mit seinem sympathischen Auftritt aber hat er es geschafft, die Comedy-Hürde Lingen souverän zu meistern. Und ein Wiedersehen ist nicht gänzlich ausgeschlossen: „Ende 2017 erscheint mein neues Programm. Ich würde mich freuen, wenn ich noch einmal wiederkommen darf“, verabschiedete Gstettenbauer sich von seinem Publikum.


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