Bemerkenswertes Konzert Märsche als Kirchenmusik in Emsbüren


Emsbüren. Traditionell wird der zweite Teil der „Emsbürener Musiktage“ eingeleitet mit dem „Kirchenkonzert“ mit dem Ehepaar Hachmer in der Emsbürener St. Andreas Kirche. Als ortsansässige Musiker haben sie hier ein verlässliches und interessiertes Publikum, das sich immer wieder gern auf die Programme mit Orgel und Trompete (in diesem Jahr rein als Duo) einlässt.

Das diesjährige etwa einstündige Konzertprogramm bestand ausschließlich aus Märschen. „Als Leiter der örtlichen Blaskapelle, habe ich mir einmal den Spaß erlaubt...“ sagte Manfred Hachmer in seiner Einleitung und verwies darauf, dass sich Märsche, im Grunde militärischen Ursprungs, inzwischen doch für alle Lebenslagen finden ließen, sogar in der Kirchenmusik.

Strahlender Klang

In einer Stunde ging es mit acht programmierten Werken durch bekannte und weniger bekannte Blüten geblasener Marschmusik. Jeremiah Clarkes „Prince of Denmark’s March“ aus seiner 1669 komponierten D-Dur-Suite für Trompete und Orgel gehörte sehr angenehm eher zu den bekannten Werken und war überaus geeignet, den Abend mit wohltuend strahlendem Klang und majestätischen Gestus zu eröffnen. Auch zeigte sich bereits hier, wie ausgewogen sich Trompete und Orgel in diesem Kirchenraum zu einem wohltuenden Zusammenklang ergänzen.

Unterschiedliche Gestaltungsformen

Man begegnete in diesem auch lehrreichen Programm ganz unterschiedlichen Gestaltungsformen von Märschen. So wurde es mit einem Marsch von Johann Christoph Pepusch erstaunlich besinnlich. Der romantisch gefärbte „Marche triomphale“ von 1872 – ein Arrangement für diese Besetzung - schwingt sich am Ende gar virtuos in beeindruckende Höhen.

Kantig, frech und witzig dagegen zeigte sich ein Marsch von Jean Francaix, bereits als Karikatur angekündigt. Dieses war wohl auch der eiligste Marsch des Abends, in dem sich über streng voranschreitendem Bass augenzwinkernd die Melodien auf melodiösen Abwegen begegneten. Da mag man zweimal hinhören.

Ergreifende Stücke

In der Mitte des Konzerts stand die längste Komposition, die als Solostück von Irene Heck-Hachmer sehr beeindruckend dargeboten wurde, sehr farbenreich und geflissentlich an die Kirmesorgel erinnernd ein Marsch des Franzosen Louis Lefébure-Wély. Sehr schön und bereichernd.

Für das Ende des Konzerts aber hob sich das Musikerpaar zwei besonders berühmte Märsche auf. Zum einen den „Hochzeitsmarsch“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (aus seinem (Sommernachtstraum), der bereits bei der Nennung seines Namens Gänsehaut zu erzeugen geeignet ist, zum anderen Edward Elgars „Military March N°1“ aus „Pomp and Circumstance“. Ergreifend!

Hiermit war das Konzert gekonnt beendet und einem jedem Hörer ein lieber Ohrwurm mit auf den Weg gegeben. Naja, nicht ohne Zugabe natürlich.

Ein schönes und rundes Konzert dafür großen Dank.


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