Auszeichnung im Landeswettbewerb Fleckenbach-Projekt in Emsbüren erhält Sonderpreis

Von Mike Röser


Emsbüren. Die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland hat für das Projekt „Naturnahe Umgestaltung des Fleckenbaches“ in Emsbüren den Sonderpreis der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung zugesprochen bekommen. Das hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz mitgeteilt.

Der mit 1000 Euro dotierte Sonderpreis wurde im Zuge des Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs 2016 „Bach im Fluss“ vergeben. Anfang September hatte die Jury des Wettbewerbs dafür den umgestalteten Fleckenbach in Emsbüren begutachtet . Der Sonderpreis der Umweltstiftung wurde der Mitteilung des Ministeriums zufolge erstmals vergaben.

Einbindung von Schülern ausschlaggebend

Ausschlaggebendes Alleinstellungsmerkmal dieses Beitrages sei die intensive Einbindung von Schülern als Maßnahme der Umweltbildung gewesen . Die Möglichkeit für Jugendliche, die Umwelt und Natur zu erfahren, sei ein wertvoller Beitrag für die Zukunft, da über das eigene Erleben der Themen eine nachhaltigere Wirkung erzielt werde, heißt es zur Begründung seitens des Ministeriums. „Die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in ein praktisches Naturschutzprojekt ist uns einen Sonderpreis wert und wir wünschen uns, dass sich viele Nachahmer finden“, wird Sigrid Rakow, Vorstandsvorsitzende der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, zitiert.

Gewässer erlebbar gemacht

Die Renaturierung des sandgeprägten Fleckenbaches und seiner Aue war Teil des Hot-Spot-Projektes „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“. Durch die Maßnahmen, koordiniert von Projektleiterin Maike Hoberg vom Landkreis, hätten sich tiefe Kolke und flach überströmte Bereiche gebildet, die für Strukturvielfalt sorgten. „Vielfältige umweltpädagogische Aktivitäten machen für Schüler aller Stufen das Gewässer mit deutlich gezeigter Freude erlebbar“, heißt es in der schriftlichen Begründung der Jury. Dadurch würde eine „wichtige Generation“ geprägt, die sich mit einer dauerhaften emotionalen Bindung auch langfristig für eine naturnahe Entwicklung der Fließgewässer engagieren würde.

120 Schüler im Einsatz

Bei dem Projekt waren unter anderem die Liudger-Realschule und die Hauptschule Emsbüren eingebunden. Beispielsweise pflanzten in einer zweitägigen Aktion im Dezember 2015 mehr als 120 Schüler der beiden Einrichtungen 3000 heimische Bäume und Sträucher entlang des Ufers. Im Monat zuvor war ein naturnäheres Bachbett für den Fleckenbach ausgebaggert worden, der zuvor eher einem Kanal glich, weil große Abschnitte in Beton eingefasst waren.

31 Beiträge zum Wettbewerb

Der Gewässerwettbewerb wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Nieder-sachsens 2010 ins Leben gerufen und fand jetzt zum vierten Mal statt. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Gewässerentwicklung in Niedersachsen zu fördern, gelungene Projekte der Fließgewässerentwicklung öffentlich zu präsentieren und die Vorbildfunktion guter Projekte zu nutzen. Verschiedene haupt- und ehrenamtliche Teilnehmer aus Kommunen, Verbänden oder Vereinen reichten insgesamt 31 Beiträge für den diesjährigen Wettbewerb ein.

„Bachperlen“ für Liethbach und Sachsenhäger Aue

Neben dem Sonderpreis wurden Projekte in den Kategorien „Hauptamt“ und „Ehrenamt“ ausgezeichnet. Die mit 500 Euro dotierte „Niedersächsische Bachperle 2016“ erhielt im „Hauptamt“ der Unterhaltungsverband 55 „Meiße“ mit dem Projekt „Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Liethbaches“. Ebenfalls ein Preisgeld von 500 Euro erhielten der zweitplatzierte Unterhaltungsverband 102 „Ems III“ (Projekt „Renaturierung der Melstruper Beeke“) und der Unterhaltungsverband 97 „Mittlere Hase“ (Projekt „Verlegung und Laufverlängerung des Feldmühlenbaches in Bersenbrück“).

Die „Bachperle“ für ehrenamtliches Enagement erhielt der Angelverein Sachsenhagen für die „Renaturierung eines Teilabschnittes der Sachsenhäger Aue“, verbunden mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 1500 Euro. Jeweils 1000 Euro entfielen in dieser Kategorie an den zweiten Platz (BUND-Kreisgruppe Nienburg; „Sohlgleite, Strömungslenker und Kiesbett für den Kreuzbach“) und den dritten Platz (Fischereiverein Wardenburg; „Reaktivierung der Lethe“).

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