Auftritt in Lingen Blödelbarde Otto Waalkes unterhält 3400 Fans in der Emslandarena

Von Matthias Becker


Lingen. Otto ist zurück! Mit seinen 68 Lenzen haut der ostfriesische Blödelbarde immer noch einen Gag nach dem anderen raus. So auch am Freitagabend in der Emslandarena in Lingen.

Die 3400 Zuschauer dürfen einen scheinbar nicht alternden Otto Waalkes erleben – bis er seine Mütze abnimmt. Das schütternde Haar ist einer Glatze gewichen! Das bleibt aber nicht die einzige Überraschung an diesem Abend.

„Holdrio again“ lautet sein aktuelles Programm. Und so freuen sich die großen und kleinen Gäste, dass der Pointenpoet der Nation auch nach 51 Jahren auf der Bühne das Grimassenschneiden nicht verlernt hat. Nachdem das Laufband auf der Leinwand mit Witzen auf den Auftritt von Otto einstimmt, hastet er auf die Bühne.

Das Lachen fällt einem leicht

Er macht den Bühnencheck, schwingt die weißen Fahnen und stimmt den ersten Song an: „Ich bin kein Trickser, kein Mixer, nur ein alter Wiener Sängerknabe“, singt Otto auf dem Takt von „The Joker“ der Steve Miller Band. So kennt man ihn, das Lachen fällt einem leicht. Otto möchte mit „erotischen Liebesliedern begeistern“, doch da Kinder im Saal sind, singt er „lieber etwas Versautes“. Die ersten Lachtränen werden aus den Augen gewischt – der geflügelte Götterbote hat es immer noch drauf.

Der Bär mit der Todesliste

Der Gag über Robin Hood, der Rächer der Enterbten, der Beschützer von Witzen und Weizen, wird abgewandelt und so dürfen die Besucher die Geschichte vom Bären mit der Todesliste akustisch untermalen: Linke Seite Wanderkröten, rechte Seite Hyänen und in der Mitte sind die jungen Wölfe zu hören. Alle machen mit – ein Brüller.

„Herr Lehrer, ich kann die Klassenarbeit nicht mitschreiben, ich bin sexuell erschöpft.“ „Dann schreibst du halt mit der anderen Hand.“ Kurz und knapp sind häufig die Gags, viele Klassiker sind dabei. Neu sind die selbstgezeichneten Comics, die auf der Leinwand zu sehen sind, selbstverständlich wird „English for Runaways“ fortgeführt, nun mit dem Titel „English for Followers“: „She has iCloud – sie hat ein Ei gestohlen, Flatrate gleich flachlegen, Headset with Bluetooth heißt übersetzt Kopfweh inklusive Zahnfleischbluten.“ Der Applaus ist ihm sicher.

In der Pause sind sich die Gäste einig, Otto erledigt seinen Job immer noch mit Bravour. „Wenn man Lust auf Lachen hat, gefällt es einem immer. Ich bin überrascht, dass er so viel neue Sachen bringt“, so Heiner Roes aus Meppen. „Einfach super“, sagt Bernd Schepers aus Haren, dessen Tochter Lina die Liebe zu Otto vom Papa geerbt hat: „Wir haben hier echt Spaß.“ „Er hat sich überhaupt nicht verändert, nur die Haare sind weniger geworden“, sagt Anja Grulke aus Lingen.

Extra aus der Bundeshauptstadt ist Sebastian Dudey angereist: „Da Otto in Berlin nur bei der IFA ein Gastspiel hatte, habe ich meinem Sohn die Karten für Lingen geschenkt.“ Der kleine Finn ist begeistert: „Der Otto ist einfach lustig.“ Da hat sich die weite Fahrt doch gelohnt!

Weit über zwei Stunden ist der Spaß ein großer: „Herr Kollege, ich glaube ihre Hose steht offen.“ „Ich hab ja auch Bereitschaftsdienst.“ Ob beim Handpuppenspiel, der Kochshow oder den aktuellen Liedern über Hänsel und Gretel: Zeit mit Otto zu verbringen, ist einfach wunderbar. Nur eine Sache kam viel zu früh: Als Otto 2002 den „Deutschen Comedy-Ehrenpreis“ für sein Lebenswerk erhalten hat. Auch mit 68 Jahren ist der Spaß-Cowboy noch zu vielen Schandtaten bereit.


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