Zeitreise in der Emsland-Arena Egerländer Musikanten begeistern in Lingen

Von Heinz Krüssel


Lingen. Eine Zeitreise durch sechs Jahrzehnte Egerländer Blasmusik haben am Samstagabend über 1200 Besucher des Jubiläumskonzertes der Egerländer Musikanten unter der Leitung von Ernst Hutter in der Emsland-Arena in Lingen erlebt.

„90-60-30-15“ – diese Zahlenfolge zog sich wie ein roter Faden durch das Programm: Vor 90 Jahren wurde Ernst Mosch, legendärer Gründer der Egerländer Musikanten, geboren. Vor 60 Jahren gründete er das Orchester; seit 30 Jahren ist Ernst Hutter Mitglied und seit 15 Jahren ist dieser Chef des Blasorchesters.

„Blasmusik ist, wenn man warme Luft zu Emotionen werden lässt“

Das Erfolgsrezept von Ernst Mosch war die perfekte, swingende und emotionale Blasmusik. Dieses seien auch heute noch wesentliche Aspekte im Repertoire der Egerländer Musikanten, betonte Ernst Hutter. Der böhmische Sound müsse zugleich swingen und grooven. „Blasmusik ist, wenn man warme Luft zu Emotionen werden lässt“, definierte Ernst Hutter die Blasmusik. Dass der „Häuptling mit seiner Silberbüchse“ ein exzellenter Musiker ist, demonstrierte Hutter bei einem Solo mit seinem Tenorhorn. Das Gleiche galt für die 18 weiteren Mitglieder des Ensembles, die auch als Solisten ihr Können unter Beweis stellten. Viele Musiker haben ihre musikalische Karriere noch unter Ernst Mosch bei den Egerländer Musikanten begonnen.

Tinner Jäger als Vorband

Durch das Programm führte Edi Graf als „Blasmusikdazwischenschwätzer“. Er begrüßte besonders die Tinner Jäger aus dem Emsland, die als Vorband das Publikum unterhielten, „wie wir das seit vielen Jahren von euch kennen“, betonte der Moderator.

Viele Klassiker aus der Feder von Ernst Mosch

Im Programm der Jubiläumstournee fanden sich viele Klassiker aus der Feder von Ernst Mosch. Dazu gehörten beispielsweise „Böhmischer Wind“ oder „Kesselflicker“ ebenso wie viele andere Hits aus dem 60-jährigen Repertoire der Egerländer Muskanten, beispielsweise „Start frei“, „Fuchsgraben-Polka“ oder „Rauschende Birken“. Mit so beliebten Titeln wie „Hörst Du das Rauschen der Wälder“ oder „Wastl-Polka“ transportierte das Orchester alte Kompositionen in die neue Zeit. Weitere Oldies und Klassiker wurden ergänzt durch Neukompositionen von Ernst Hutter und weiteren Orchesterkollegen.

„Auf die Vogelwiese ging der Franz“

Wichtiger Bestandteil der Konzerte sind seit 60 Jahren auch die Gesangseinlagen. Diesen Part übernahmen Katharina Praher und Nick Loris. Aber auch das Publikum war eingeladen zum Mitsingen, beispielsweise bei dem Klassiker „Auf die Vogelwiese ging der Franz“.

Alten Brauch wieder aufleben lassen

Das Stück „Pfeffer und Salz“ ist die Erkennungsmelodie der Straßenmusiker. Wie Edi Graf dazu erläuterte, ließ Ernst Mosch seinerzeit einen alten Brauch aus seiner Heimat Egerland wieder aufleben. Mit einigen Musikerfreunden habe er auf Straßen und Plätzen das Publikum unterhalten und erfreut.

Wunsch nach Zugaben gerne erfüllt

Als das Orchester „Die Kinder von der Eger“ intonierte, wurde der Schluss des kurzweiligen und unterhaltsamen Konzertes eingeläutet. Das Publikum forderte mit „Standing ovations“ Zugaben. Mit „Bis bald auf Wiedersehen“ und der „Löffel-Polka“ wurde diesem Wunsch gerne entsprochen.

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