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Veranstaltung von NOZ Medien 1. Emsland Hate Slam: Böse Briefe auf der Bühne

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Wenn Leser sich über die Zeitung ärgern, wird der Ton schon mal unverschämt. Die Hassbriefe werden am 1. November beim 1. Emsland Hate Slam auf der Bühne vorgelesen. Grafik: Silke KöttersWenn Leser sich über die Zeitung ärgern, wird der Ton schon mal unverschämt. Die Hassbriefe werden am 1. November beim 1. Emsland Hate Slam auf der Bühne vorgelesen. Grafik: Silke Kötters

Lingen. „Ekelhafte Drecksäcke!“ – „Scheiß NOZ!“ –„Sie sind ein Witz, wenn Sie meinen, dass Sie Journalist sind!“ – Es ist mitunter deftig bis unverschämt, was Leser Redakteuren an den Kopf werfen beziehungsweise schreiben. Auch in unserer Redaktion landen Briefe und Mails voller Hass und Wut. Die holen wir jetzt aus der Schublade. Und lesen sie vor. Laut. Auf der Bühne. Beim 1. Emsland Hate Slam am 1. November in Lingen.

Die Beschreibung der Flüchtlingskrise. Die Berichterstattung über die AfD. Der Kommentar zu Russlands Rolle in der Ukraine. Oder auch die Bewertung der jüngsten Abstimmung im Stadtrat: Täglich berichten Journalisten über das, was in der Welt, der großen ebenso wie der kleinen, passiert. Sie ordnen ein, bewerten, kommentieren. Das wissen viele Leser zu schätzen, manche aber reizt es auch zu Widerspruch. Und dann schreiben sie einen Leserbrief.

Hassbriefe in der Schublade

Wer aber mit viel Wut im Bauch einen Brief schreibt, der lässt schon mal alle Höflichkeit und guten Manieren fahren. Da wird beleidigt und gepöbelt, mit Schlägen gedroht oder dem Kündigen des Abos, manchmal sogar auch mit dem Tod. Die Adressaten, die Journalisten, schlucken oft schwer, was da aus ihren Postfächern quillt. Und legen die bösen Zuschriften ab.

Aus den Schubladen holen wir diese Hassbriefe nun hervor. Sieben Redakteure von Meppener und Lingener Tagespost sowie der Ems-Zeitung werden beim 1. Emsland Hate Slam am 1. November in Lingen auf der Bühne der Halle IV in Lingen die Briefe vorlesen. Keine Sorge: Es wird kein deprimierender Abend, sondern eher ein lustiger – auch wenn den Zuhörern das Lachen manchmal auch im Halse stecken bleibt , wie der 1. Osnabrücker Hate Slam im April 2016 im NOZ Medienzentrum gezeigt hat.

Zuschriften werden anonymisiert

Alle Briefe und Schreiben, die vorgetragen werden, werden anonymisiert. „Es geht uns schließlich nicht darum, unsere Leser bloßzustellen oder lächerlich zu machen“, wie Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke betont. Vielmehr gibt der Abend einen Einblick, was in einer Zeitungsredaktion tagtäglich landet und was Journalisten sich anhören müssen. Da hilft es, die Texte laut vorzulesen und gemeinsam mit anderen darüber zu lachen. Ein Hate Slam als Therapie, sozusagen. Und das haben schon mehrere Zeitungen in Deutschland gemacht: Auf der Bühne sitzen regelmäßig Redakteure von Spiegel, Zeit und Taz, die Kollegen von Stuttgarter und Süddeutsche Zeitung haben in diesem Jahr bereits den vierten Hate Slam organisiert, Premieren gab es bei der Würzburger Mainpost und der Neuen Westfälischen in Bielefeld.

Poetry Slammer Florian Wintels als Gast dabei

Vorbild für den Hate Slam sind die Poetry Slams. Beim Dichterwettstreit tragen Autoren ihre selbstgeschriebenen, kurzen Texte vor, das Publikum kürt den besten. Einen Wettbewerb wird es beim 1. Emsland Hate Slam zwar nicht geben, für echte Poetry-Slam-Stimmung wird jedoch ein Gast sorgen: Florian Wintels aus Bad Bentheim stand 2009 zum ersten Mal auf einer Bühne und hat seither einige Preise geholt: 2013 wurde er Paderborner Stadtmeister, 2015 deutscher Box-Poetry-Slam-Meister, stand bereits drei Mal im Einzelfinale der deutschen Meisterschaften und hat diverse Veranstaltungen gewonnen. (Weiterlesen: Florian Wintels überzeugt beim ersten Papenburger Poetry Slam) Am kommenden Wochenende würde er gerne noch einen Titel hinzufügen: Er tritt bei den Landesmeisterschaften Niedersachsen/Bremen in Oldenburg an – übrigens als Vertreter der Stadt Lingen.

Die „Dry Dudes“ präsentieren ihre neue Single

Wer nun Sorge hat, dass beim 1. Emsland Hate Slam nur geredet wird: Mitnichten. Zu Gast sind auch die „Dry Dudes“, ein Akustik-Pop-Duo aus Surwold. Die haben nicht nur eine neue Single samt Video auf dem Markt, sondern auch ihr erstes Album eingespielt. Veröffentlicht wird es allerdings erst im Januar 2017, Kostproben daraus gibt es aber schon am 1. November in der Halle IV in Lingen. (Weiterlesen: Band Dry Dudes hat neues Musikvideo im Kasten)

Tickets gibt es im Vorverkauf verbilligt

Karten für den 1. Emsland Hate Slam am 1. November in der Halle IV in Lingen gibt es in allen Geschäftsstellen der NOZ und ihrer Regionalausgaben sowie unter noz.de/tickets . Sie kosten im Vorverkauf fünf Euro, an der Abendkasse acht Euro. Gegen Vorlage eines gültigen Studentenausweises oder mit der EL-CARD gibt es jeweils einen Euro Rabatt. Die Veranstaltung am 1. November beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr.

Bereits der zweite Hate Slam der NOZ Medien

Wer sich nicht vorstellen kann, wie der Abend sein wird: Einen Eindruck kann das Video vom 1. Osnabrücker Hate Slam im April 2016 geben.


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