Tempo 30 und Querungshilfe gefordert Versammlung zum Langschmidtsweg in Lingen



Lingen. Querungshilfen und Tempo 30: Das sind zwei der Anregungen, die Anwohner auf einer Bürgerversammlung zur Sanierung des Langschmidtswegs in Lingen gemacht haben.

Lingens Stadtbaurat Lothar Schreinemacher und Tiefbauamtsleiter Georg Tieben stellten den rund 120 Teilnehmern den Stand der Planungen für die Sanierung der Straße im Stadtteil Reuschberge vor. Demnach erfolgt ab Oktober 2016 eine Ertüchtigung der Versorgungsleitungen und im Abschnitt zwischen Hermann-Heuking- und Mühlenbachstraße eine Erneuerung des Schmutzwasserkanals. Mitte 2017 soll mit den Straßenbauarbeiten begonnen werden. Die komplette Fertigstellung wird bis Ende 2017 dauern.

Die Fahrbahnbreite wird dann zwischen 4,50 und 6,50 Meter betragen. Daneben ist in weiten Teilen ein 1,25 bis 1,50 Meter breiter Schutzstreifen für Radfahrer vorsehen. Dieser wird mit einer gestrichelten Linie von der Fahrbahn optisch abgesetzt, die, falls der Radverkehr nicht behindert wird, von Autos überfahren werden darf. Jeweils auf einer Seite gibt es, mit einem Sicherheitsabstand von 0,50 Meter, einen 2 Meter breiten Parkstreifen.

Beratung im Verkehrsausschuss

Mehrere Teilnehmer forderten mit Blick auf das Altenwohnheim im Emsauenpark und die dort gelegenen Spielplätze sowie den Kindergarten auf der anderen Straßenseite eine Querungshilfe und ein generelles Tempolimit von 30 Stundenkilometern. „Ihre Anregungen werden im zuständigen Verkehrsausschusses beraten “, versprach Schreinemacher. Die entsprechende öffentliche Sitzung des Verkehrsausschusses findet am Montag, 31. Oktober 2016 , um 16 Uhr statt.

So soll der Lingener Langschmidtsweg in weiten Abschnitten gestaltet werden. Grafik: Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Thema Radverkehr

Auch der Radverkehr war ein Thema: Wird der Schutzstreifen für Radfahrer in beide Richtungen befahrbar sein?“, lautete eine Frage. Schreinemacher verneinte und erklärte, dass dies sehr unfallträchtig sei. Ein Bürger äußerte, dass viele Schulkinder trotzdem mit dem Rad „auf der linken Seite“ fahren würden. „Sie glauben doch nicht, dass sie die umerziehen können“, hielt der Mann Schreinemacher vor. „Wir können mit Verkehrs- und Bauplanung keine Verkehrserziehung betreiben“, entgegnete der Stadtbaurat. Beifall erhielt er nach dem Zwischenruf „Wer dann?“ für seine Antwort: „Die Eltern, sag ich mal“. Auf die Frage, warum es keinen kombinierten Rad-/Fußweg gebe, entgegnete Schreinemacher, dass diese Verkehre, wenn immer möglich, getrennt werden sollten. Zudem sei es auch nicht unsicherer, wenn Radfahrer sich auf der Straße bewegen würden. „Dann sind sie im Sichtfeld der Autofahrer.“

Abknickende Vorfahrt Ja oder Nein?

Unterschiedliche Auffassungen herrschten in der Frage, ob die Einmündung des Langschmidtsweges in die Gelgöskenstiege zur abknickenden Vorfahrt werden soll. Bislang hat dort der Verkehr auf der Gelgöskenstiege Vorrang. Während Schreinemacher eine abknickende Vorfahrt für eine Option hielt, fand ein Bürger, dass ohne eine solche Regelung die Straße ruhiger bleibe und weniger attraktiv für den Durchgangsverkehr sei. Auch darüber werde im Verkehrsausschuss beraten, versicherte Schreinemacher.

Viele Detailfragen

Auch Detailfragen beantwortete der Stadtbaurat: Während der Baumaßnahme werde der Müllwagen weiter durch den Langschmidtsweg fahren. „Es kann höchstens einmal sein, dass Sie die Tonne bis vor das Nachbarhaus fahren müssen.“ Und die Anlieger könnten jederzeit, mit Ausnahme, wenn unmittelbar vor ihrer Haustür gebaut werde, ihre Grundstücke erreichen. Michael Jansing und Daniel Möllenkamp von den Stadtwerken Lingen erklärten, dass alle Anwohner zeitnah informiert würden, wann für die Erneuerung der Hausanschlüsse bei ihnen Gas, Strom und Wasser abgestellt werden würden. „Wir sind da aber flexibel, wenn jemand beispielsweise in Urlaub sein sollte“, versicherten die beiden. Die Kosten für die Erneuerung der Hausanschlüsse würden von den Stadtwerken getragen.

Keine Anwohnerbeiträge

Obwohl die Anwohner des Langschmidtswegs jetzt über ein Jahr mit Baustellen in ihrer Straße rechnen müssen, hatte Schreinemacher und Tieben auch gute Nachrichten: „Hätten wir komplett neu gebaut, hätten wir auch Beiträge erheben müssen“, sagte Schreinemacher. Und Tieben ergänzte: „Wir bewegen uns im Sanierungsbereich. Der ist für die Anlieger kostenfrei und so soll es auch bleiben.“

Vorschlag des Abends

Den Vorschlag des Abends unterbreitete ein Bürger gegen Ende der Versammlung: „Warum wird überhaupt saniert? Je kaputter die Straße ist, umso langsamer wird gefahren“, meinte er unter dem Gelächter der Anwesenden. Auch Stadtbaurat Schreinemacher konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Die Stadtkämmerin würde sich über diese Lösung freuen, aber wir haben eine Verkehrssicherungspflicht“, meinte er.


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