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18.09.2016, 18:30 Uhr KOMMENTAR

Zum Altstadtfest in Lingen: Tradition darf bleiben


Durften den Backstage-Bereich besuchen: Lena Mix und ihr Freund Julian Dust. Foto: Matthias BeckerDurften den Backstage-Bereich besuchen: Lena Mix und ihr Freund Julian Dust. Foto: Matthias Becker

Lingen. Das Altstadtfest in der Form, wie es in Lingen gefeiert wird, hat sich bewährt, meint der Kommentator.

Zusammen haben wir beim Gang über das 36. Lingener Altstadtfest an zwei Tagen rund 40 Kilometer zu Fuß hinter uns gebracht, mein Kollege André Partmann und ich. Neben schönen Fotomotiven, guter Laune und Musik aus unterschiedlichsten Genres hat uns eine weitere Sache beeindruckt: die Tradition.

Man könnte an vielen Stellschrauben drehen, um den Versuch zu wagen, das Altstadtfest attraktiver zu gestalten: Vielleicht ein kulinarischer Rundgang für die älteren Besucher am Universitätsplatz? Eventuell die Bühnen vor dem Neuen und Historischen Rathaus tauschen, sodass die Jugendlichen auf dem Marktplatz mehr Platz für den Ausdruckstanz bekommen? Sogar das Riesenrad mal wieder durch einen Kran zum Bungeespringen ersetzen?

Gerne dürfen sich die Verantwortlichen darüber den Kopf zerbrechen, doch aktuell zeigt sich, dass sich die Tradition bewährt hat. Das bezeugen die strahlenden Gesichter im Schatten des Pulverturms, die lockeren Gespräche am Brunnen vor dem Amtsgericht und die Hände in der Luft auf dem Pferdemarkt oder vor dem Rathaus.

Das Altstadtfest ist kein Messdiener-Treffen. So gab es an manchen Ecken auch Unschönes zu sehen. Stark alkoholisierte Jugendliche zum Beispiel, respektloses Anrempeln oder Fehltritte bei Herren, die nicht einsehen mochten, dass die Dame gerade nicht bereit ist, Kontakt aufzunehmen. In der Summe gab es aber mehr Freud als Leid. Deshalb darf sich das Althergebrachte durchaus auf die Schulter klopfen. Und zur Tradition gehört eben auch der Satz: „Am Pulverturm spielen immer die gleichen Bands.“ (Matthias Becker)


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