Jägerschaft weist Kritik zurück Lingener Tierschützer prangern Katzenfallen der Jäger an

Von Julia Mausch

Der Tierschutzverein Lingen kritisiert Jäger in Lingen, die angeblich nicht nur verwilderte Katzen, sondern auch Hauskatzen fangen. Symbolfoto: dpaDer Tierschutzverein Lingen kritisiert Jäger in Lingen, die angeblich nicht nur verwilderte Katzen, sondern auch Hauskatzen fangen. Symbolfoto: dpa

Lingen. Die Stimmung im Netz ist aufgeheizt, seit der Tierschutzverein Lingen am Donnerstag ein Foto auf seiner Facebookseite veröffentlichte. Katzenfallen sind zu sehen, aufgestellt wurden diese laut den Tierschützern von Jägern aus Lingen. Jetzt melden sich die Jäger zu Wort.

Am Donnerstagnachmittag postete der Verein ein Foto von einer Katzenfalle auf einer Lingener Brücke im Netz. „Auf dieser Brücke wurden die Katzenfallen aufgestellt (...). Das Tier wird erschossen und einfach in die Büsche geschmissen“, schreibt der Verein dazu. Laut den Tierschützern riecht es an dem Ort nach Kadaver, außerdem seien viele tote Kaninchen dort zu sehen.

Verwilderte Katzen greifen andere Tiere an

Mehrere Hunderte Male wird der Post geteilt, viele User kommentieren ihn. Sie sind sauer, machen die Jäger aus Lingen für die Fallen verantwortlich. So auch der Tierschutzverein: Die Mitglieder bezeichnen das Verhalten des angeblich verantwortlichen Jägers als „unsäglich“. Sie kritisieren nicht nur, dass dort wildernde Katzen gefangen würden, sondern auch Hauskatzen. Eine Kritik, die die Jägerschaft Lingen auf Anfrage unserer Redaktion nicht nachvollziehen kann. Laut dem Niedersächsischen Jagdgesetz sind Jagdschutzberechtigte befugt, wildernde Hauskatzen, die sich mehr als 300 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt befinden, zu töten. Für die Jäger hat das seinen guten Grund: Wildernde Katzen würden andere Tiere angreifen, beispielsweise brütende Vögel, begründen sie die Fallen.

Tiere von einstigen Urlaubern alleine gelassen

Die Kritik seitens des Tierschutzvereins, dass auch Hauskatzen in die Lebendfallen tappen und anschließend getötet werden, weist ein Vertreter der Jägerschaft ab. Katzen, die sich mehr als 300 Meter von der nächsten Behausung entfernt aufhalten, sind in den Augen der Jägerschaft Lingen keine Hauskatzen. Die Jäger bezeichnen die Tiere als verwilderte Hauskatzen. Oftmals seien es Tiere, die von Urlaubern gefüttert wurden, nach dem Urlaub aber zurückgelassen wurden. Der Vertreter der Jäger, der namentlich nicht genannt werden will, betont: Wenn eine Katze von einem der Mitglieder der Jägerschaft getötet werden muss, es diesem „keinesfalls eine Freude“ bereitet. Es sei aber nicht „sinnlos“, wie der Tierschutzverein kritisiert, sondern notwendig.

Post des Tierheims in Versammlung thematisiert

Die Kritik seitens der Tierschützer können die Jäger nicht nachvollziehen. Am Donnerstag wurde der Post auf Facebook auch in einer Versammlung der Jägerschaft thematisiert. Vor allem der Satz, dass neben der abgebildeten Falle „viele tote Kaninchen“ liegen. „Das können wir uns nicht vorstellen“, sagt ein Mitglied des Vorstandes. Andere Tiere würden den Geruch der Kadaver wahrnehmen, sich der Falle also nicht nähern. „Dann würde dort nie wieder was gefangen werden.“

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