Drei Chöre, viele Instrumente Lingener Kammerorchester probt Konzert mit Kindern


Lingen. Werke für und mit Kindern stehen im Mittelpunkt des Jahreskonzertes des Lingener Kammerorchesters am Sonntag, 11. September um 17 Uhr im Theater an der Wilhelmshöhe. Unterstützt wird es erstmals von drei Kinderchören aus dem Emsland. Wir waren bei der gemeinsamen Probe.

Die Luft ist verbraucht in der Mensa des Gymnasiums Georgianum in Lingen. Hier wurde schon fleißig gearbeitet an diesem warmen Samstag im August. Dirigent Olaf Nießing würde so gerne noch weiter proben, aber Regionalkantorin Frauke Sparfeldt macht ihm einen Strich durch die Rechnung: „Die Kinder brauchen jetzt was zu essen und eine Pause. Wir sind seit 9 Uhr unterwegs“, ruft die Chorleiterin aus Sögel in den Saal.

120 Musiker von acht bis 70

Erstmals bereitet sich Nießing mit gleich drei Kinderchören aus Lingen, Meppen und Sögel auf das Jahreskonzert seines Kammerorchesters vor. Werke von Telemann, Humperdinck, Rutter, Debussy und Marquez stehen auf dem Programm. So haben auch die Kollegen der Sögeler Kirchenmusikerin ihre Chöre zur Probe begleitet: Balthasar Baumgartner aus Meppen und Joachim Diedrichs aus der Lingener Bonifatiusgemeinde. Insgesamt stehen etwa 70 Kinder auf der Bühne und erweitern das Altersspektrum der 50 Instrumentalisten gewaltig. Von acht bis 70 Jahren ist nun alles vertreten.

Sich als Dirigent überflüssig machen

Noch ist nicht alles perfekt, aber daran kann man arbeiten. Olaf Nießing legt Wert darauf, Vertrauen in seine Musiker mitzubringen. „Eigentlich geht es darum, sich als Dirigent überflüssig zu machen“, meint er. Noch ist es nicht ganz so weit. „Wisst ihr, wo Takt 35 ist?“ ruft er den Kindern zu, die sich noch etwas schüchtern hinter ihren Noten verstecken.

Nachwuchsförderung durch Appetit auf mehr

Nachwuchsförderung ist Nießings Leidenschaft, und deshalb hat er dem Orchestervorstand um Sabine Eilers auch dieses Projekt mit Kinderchören vorgeschlagen. „Die Jungen und Mädchen werden zwar besonders gefordert durch die anspruchsvolle Konzertliteratur, aber sie bekommen auch Appetit auf mehr“, ist der Cellist überzeugt. Auf ein Eis nach der Aufführung können sich die Kinder jedenfalls schon freuen.

Orchester hat Sponsoren gewonnen

Langfristig kann er sich auch größere musikalische Projekte mit Kindern im Emsland vorstellen. „Warum nicht mal eine Kinderoper in der Tiefgarage oder ein Musical auf dem Marktplatz?“, so Nießing. Allerdings bedarf es dazu einer großzügigen finanziellen Förderung. „Für das Jahreskonzert konnten wir die Sparkasse Emsland, die Stadt Lingen, die Emsländische Landschaft sowie den Wasserverband Lingener Land als Sponsoren gewinnen, wofür wir sehr dankbar sind“, betont die Vorsitzende des Orchesters, Sabine Eilers.

Telemanns Schulmeisterkantate

Gestärkt durch die Pause flitzen die Kinder um die Instrumente herum und nehmen wieder ihre Plätze ein. Sie haben einen ganzen freien Samstag für die Musik geopfert. Wo war nochmal Takt 35? Gespielt wird die Schulmeisterkantate von Georg-Philipp Telemann, eine Persiflage auf selbstverliebte Lehrer, ferner Auszüge aus Engelbert Humperdincks Oper Hänsel und Gretel sowie Chorstücke von John Rutter. Mit Claude Debussys „Petite Suite“ und dem Danzon No. 2 von Arturo Marquez verspricht das Programm des Konzertes weitere musikalische Höhepunkte.

Karten zum Preis von 14 Euro (7 Euro erm.) gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Info, Tel. 05 91/91 44-1 44 und unter www.lingen.de.


Das Jahreskonzert findet statt am 11. September 2016 um 17 Uhr im Theater an der Wilhelmshöhe in Lingen. Der Eintritt kostet 14 Euro, ermäßigt 7 Euro.

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