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Verärgert wegen Demo Werksleiter von ANF in Lingen spricht von Nötigung

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Atomkraftgegner haben am Mittwochnachmittag zwischen 14 und 15.40 Uhr die Zufahrt zur Brennementefabrik ANF in Lingen blockiert. Foto: Ludger JungeblutAtomkraftgegner haben am Mittwochnachmittag zwischen 14 und 15.40 Uhr die Zufahrt zur Brennementefabrik ANF in Lingen blockiert. Foto: Ludger Jungeblut 

Lingen. Rund 15 Atomkraftgegner haben am Mittwochnachmittag von 14 bis 15.40 Uhr die Zufahrt zur Brennelementefabrik ANF in Lingen blockiert. Es gab keine Zwischenfälle. Die Demo wurde polizeilich bis 15.30 Uhr geduldet.

Wie die Polizei weiter mitteilte, war der Demonstration am Mittwochmorgen eine Verhandlung vor dem Amtsgericht Lingen vorausgegangen, die sich mit einer Ordnungswidrigkeit im Zusammenhang mit einer Demo im September 2015 bei ANF befasst hatte. Das Verfahren wurde durch die vorsitzende Richterin eingestellt. Zehn Anti-Atomkraft-Aktivisten waren bei der öffentlichen Verhandlung als Zuschauer zugegen. Nach kurzem Aufenthalt in der Innenstadt begaben sie sich mit fünf weiteren Personen zu 14 Uhr vor das ANF-Gelände und blockierten Zu- und Abfahrt des Betriebes. Dabei nutzten sie unter anderem einen mitgeführten Aktions-Lkw. Der Aufforderung des polizeilichen Einsatzleiters, die Versammlung aufzulösen, kamen die Demonstranten anstandslos nach. Ein angeforderter Einsatzzug der Polizeihundertschaft aus Osnabrück musste nicht mehr eingesetzt werden.

Weitere Proteste gegen ANF angekündigt

Die 20-jährige Clara Tempel aus Lüneburg zeigte sich erleichtert darüber, dass das Amtsgericht das Verfahren gegen sie wegen der nicht angemeldeten Demo im September eingestellt wurde und sie das Bußgeld in Höhe von 228,50 Euro nicht bezahlen braucht. Sie kündigte weitere Proteste gegen ANF an. Vor dem Werkstor hatten die jungen Leute mit Kreide geschrieben: „Veränderung beginnt hier. Atomkraft ist tödlich. Aber die Interessen der Profiteure sind wichtiger?“

ANF-Werksleiter Andreas Hoff sagte, dass jeder in Deutschland vom Recht der Demonstrationsfreiheit Gebrauch machen könne. „Aber warum demonstrieren die jungen Leute nicht auf dem Lingener Marktplatz und nötigen durch die Blockade unsere Mitarbeiter?“ Nach seinen Worten musste deshalb ein Kollege einen Arzttermin absagen und ein weiterer Mitarbeiter konnte nicht zu seiner pflegebedürftigen Tochter fahren.

In den vergangenen Monaten war es immer mal wieder zu solchen Aktionen vor dem Betriebsgelände gekommen.

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