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Taucher im Dortmund-Ems-Kanal Warf Jugendlicher bis zu 200 Fahrräder in Lingener Kanal?


Lingen. Mit einem Großaufgebot ist die Lingener Polizei am Dienstag am Dortmund-Ems-Kanal in Lingen im Einsatz gewesen. Der Verdacht: Ein Jugendlicher soll bis zu 200 Fahrräder gestohlen und dann in den Kanal geworfen haben.

Die Information hat die Polizeiinspektion in Lingen von einem jungen Mann erhalten. Dieser gab an, davon Kenntnis zu haben, dass ein anderer Jugendlicher in den vergangenen ein bis zwei Jahren immer wieder Fahrräder in den Dortmund-Ems-Kanal geworfen hat. Zuvor hatte er diese bei Diebstählen in Lingen ergaunert. Es sollen nicht wenige sein, sagte Kommissar Henning Geerdsen am Einsatzort: „Laut dem Zeugen soll es sich um 100 bis 200 Räder handeln.“

Unter der Meckerbrücke versenkt

Eine spezielle Stelle soll sich der junge Mann dabei ausgesucht haben, um die Räder, wenn sie nicht mehr fahrtauglich waren, zu entsorgen. In Höhe der in Lingen bekannten Meckerbrücke, in der Nähe der Teichstraße, soll er sie in den Kanal geworfen haben. Um den Hinweisen, die Geerdsen als „sehr konkret“ bezeichnete, nachzugehen und „mehr Beweiskraft zu verleihen“, wurden Polizeitaucher der Technischen Einheit aus Oldenburg alarmiert. Gesichert mit einem Seil durchsuchten zwei Taucher unter der Leitung von Eberhard Teuteberg und Alexander Hespe am Dienstagvormittag den Kanal rund um die Brücke.

Verständigung mit Handzeichen

Wie Hespe erklärte, suchten die Taucher in völliger Dunkelheit mit den Händen nach den Gegenständen. Metalldetektoren kamen dabei nicht zum Einsatz, denn: „Auf dem Grund liegt so viel Metall, da würde das Gerät ständig anschlagen“, sagte Alexander Hespe, der für die Technik zuständig ist. Jedes Mal, wenn einer der Taucher wieder an die Wasseroberfläche kam, gab er ein Handzeichen. In den meisten Fällen das Zeichen, dass etwas gefunden wurde.

Geldbörsen, Räder, Bügeleisen

Zehn bis 15 Fahrräder fanden die Taucher allein bis Dienstagmittag. Daneben auch noch eine Handvoll Straßenschilder, Bügeleisen, Smartphones sowie eine Frauenhandtasche – gefüllt mit Kosmetikprodukten, Kleidung sowie einer Geldbörse mit einem Personalausweis. Einfach für die Polizei, herauszufinden, wem die Tasche gehört. Bei den Fahrrädern wird dies schwieriger. Die Fahrradnummern sind unkenntlich, zu lange haben die Räder auf dem Grund des Kanals gelegen – zu verschmutzt sind sie.

Keine kleine Straftat

Henning Geerdsen und sein Kollege, Oberkommissar Reinhard Dall, informierten deswegen am Dienstag den Baubetriebshof der Stadt. Dort werden die bisher gefundenen Räder gesäubert und anschließend geschaut, ob über die Rahmennummer der Besitzer ausfindig gemacht werden kann. Wie viele Fahrräder noch gefunden werden, steht derzeit noch nicht fest. Eines jedoch: „Erhärtet sich der Verdacht, dass der Beschuldigte 100 bis 200 Fahrräder gestohlen und danach versenkt hat, sprechen wir hier schon von einer Gewerbsmäßigkeit“, sagte Henning Geerdsen. Gehe man davon aus, dass jedes Rad einen Wert von 500 Euro habe, sei es eine beträchtliche Summe bei 100 bis 200 Fahrrädern.


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