„Pokémon Go“-Nachtwanderung 70 Lingener auf der Jagd nach virtuellen Monstern

Von André Partmann

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part Lingen. Die Stadt wird zum Spielfeld, das Smartphone in der Hand dient als „Pokédex“: Rund 70 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind am Samstagabend gemeinsam zur „Pokémon Go“-Nachtwanderung angetreten. Das vorrangige Ziel der Aktion: Innerhalb weniger Stunden möglichst viele virtuelle Monster zu fangen.

Pikachu, Evoli, Knofensa, Ratzfratz – Begriffe und Namen, die der älteren Generation wohl mehr Fragen als Antworten liefern dürften, sind der überwiegenden Mehrheit der Jugendlichen meist bestens bekannt. Vor knapp vier Wochen ist das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ endlich auch in Deutschland angekommen – und seither vergeht wohl kaum ein Tag ohne eine Meldung zur virtuellen Monsterjagd. Mehr als 75 Millionen weltweite Downloads verzeichnete das Spiel innerhalb weniger Wochen, der Hype um die Taschenmonster ist gigantisch. Doch wie sieht es eigentlich in Lingen und der unmittelbaren Umgebung aus?

Treffpunkt Marktplatz

Hier haben sich am Samstag hunderte Spieler über das soziale Netzwerk „Facebook“ zur ersten „Pokémon Go“-Nachtwanderung auf dem Lingener Marktplatz verabredet. Nachdem die Veranstaltung in der vergangenen Woche aus unterschiedlichen Gründen abgesagt wurde, soll acht Tage später nun alles glatt laufen. Doch zum ursprünglichen Start der Aktion am Samstagabend um 19 Uhr ist von einer geplanten Nachtwanderung nicht viel zu sehen. Ist der Hype in Lingen vielleicht schon vorbei?

Teilnehmer aus Rheine

Mitnichten, denn knapp eine halbe Stunde später wird es plötzlich doch voll vor dem historischen Alten Rathaus. Zwar sind keine hundert Spieler da, die ihr Erscheinen ursprünglich angekündigt hatten, doch am Ende sind fast 70 Personen der Einladung gefolgt – einige von ihnen reisten gar aus Rheine an. Es dauert nicht lange, da setzt sich der Tross in Bewegung zur Halle IV. „Dort gibt es einige ‚PokeStops‘, die wir zusammen abklappern können“, erklärt der Lingener Benjamin Gläß. Pokewas? An den PokeStops erhalten die Spieler Pokebälle, mit denen sie neue Monster fangen können. Hier lassen sich auch diverse Items finden, die die Chance, seltene Pokémon zu fangen, erhöhen.

Spiel an der frischen Luft

Was genau ist es nun aber, das die Spieler an „Pokémon Go“ so fasziniert? „Das Sammeln der Monster ist wie eine kleine Sucht. Ist eines gefangen, lässt es sich nicht mehr so leicht mit dem Spiel aufhören“, berichtet die 19-Jährige Milena Wessing. Ein schöner Nebeneffekt sei, dass das Spiel im Freien ist, man sei an der frischen Luft und sieht immer neue Ecken. „Gemeinsam mit meinem Freund war ich auch schon in Münster auf Monsterjagd.“

Kult oder Nostalgie?

Andere Spieler von „Pokémon Go“ schwärmen von der Nostalgie. Die Taschenmonster „seien Kult und schlichtweg Teil der Generation“. Dass andere Passanten nur wenig Verständnis dafür hätten, wenn Leute auf das Smartphone starrend durch die Stadt laufen, sei ihnen egal. Es gäbe schließlich immer Leute, die etwas zu nörgeln hätten.   

Bis Mitternacht

Bis Mitternacht sind die „Pokémontrainer“ am Samstagabend in der Lingener Innenstadt unterwegs. Vom Markplatz über den Stadtgraben geht es zur Halle IV, in den Stadtpark und schließlich zurück zum Startpunkt. Auf ihrer Wanderung waren die Teilnehmer erfolgreich, einige neue Pokémon werten die individuellen Sammlungen nun weiter auf.

Ob es noch eine zweite Auflage der Nachtwanderung in Lingen gibt, ist derzeit noch nicht bekannt. Sicher hingegen scheint jedoch: Der Hype um das Spiel wird wahrscheinlich noch eine Weile anhalten.


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