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Forum dankt Schulen Urkunden erinnern an die Aktion „Stolpersteine“ in Lingen

Von Ludger Jungeblut


Lingen. Das schönste Geschenk, das Lingener Schüler dem Forum Juden-Christen Altkreis Lingen machen können, ist es, erneut den Lernort Jüdische Schule aufzusuchen. Darauf hat der Vorsitzende Heribert Lange in einer kleinen Feierstunde verwiesen.

Nach den Worten von Lange verdankt das Forum mehreren Lingener Schulen die im Juni des letzten Jahres verlegten Stolpersteine für die ehemaligen Lingener Bürger Eduard Hanauer, Eduard Cohen, Alfred Cohen, Bernhard Cohen und Günther Hanauer. Dem Vorsitzenden war es ein besonderes Anliegen, Sponsorenurkunden, die von Gerd Kastein gestaltet worden waren, an Schüler- bzw. Lehrervertreter der Marienschule, der Matthias-Claudius-Schule, der Friedensschule, des Gymnasiums Georgianum sowie des Franziskusgymnasiums zu überreichen. Die Urkunden sollen Ehrenplätze in den Schulen bekommen.

Ziel der vom Kölner Künstler Gunter Demnig bundesweit initiierten Stolpersteinaktion ist es laut Lange, den jüdischen Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft „ihre Namen, ihre Identität, ihre Würde und ihre Ehrbarkeit wiederzugeben“. Der Vorsitzende des Forums appellierte an die Jugend, diese Erinnerungsarbeit fortzusetzen. Er ermunterte die Schüler, sich am 25. oder 26. Juni im Lingener Filmpalast „Cineworld“ den Film „Hannah Arendt“ anzusehen. Sie war eine jüdische deutsch-amerikanische politische Theoretikerin und Publizistin (1906–1975). Bekannt wurde sie vor allem durch ihre auf den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann gemünzte These von der „Banalität des Bösen“. Lange verwies schon jetzt auf die „Woche der Brüderlichkeit“ im März, in der das Forum den Schülern wieder die jüdische Kultur näherbringen wolle.

Hanna Witzleben, stellvertretende Schulsprecherin der Marienschule, zeigte sich besonders berührt über eine Begegnung mit dem jüdischen Lingener Ehrenbürger Bernard Grünberg, der im April in Lingen seinen 90. Geburtstag gefeiert hatte und in den vergangenen Jahren immer wieder in Lingener Schulen vom Schicksal seiner Familie erzählte. „Ich möchte mehr über ihn erfahren“, sagte die Schülerin.

Dieter Paul, Leiter der Friedensschule, betonte, dass eine Begegnung mit Zeitzeugen für die Schüler viel wichtiger „als zehn Unterrichtsstunden ist“.

Gerne nahm Heribert Lange eine Collage von Gerd Kastein entgegen, die an den Besuch von Bernard Grünberg im April 2013 erinnert.

Wer Collagen über die Stolpersteinaktion in Lingen erwerben möchte, kann sich mit Gerd Kastein unter Telefon (0591) 48937 in Verbindung setzen. Broschüren über die 38 in Lingen verlegten Stolpersteine und die mit ihnen verbundenen Namen ermordeter jüdischer Bürger sind kostenlos unter anderem bei der Stadt erhältlich.