Mutterkonzern plant Neuausrichtung Unruhe in Belegschaft von Engie in Lingen

Von Thomas Pertz

Rund 600 Mitarbeiter arbeiten für Engie E&P Deutschland mit der Zentrale an der Waldstraße in Lingen. Dort arbeiten rund 280 Menschen. Foto: Thomas PertzRund 600 Mitarbeiter arbeiten für Engie E&P Deutschland mit der Zentrale an der Waldstraße in Lingen. Dort arbeiten rund 280 Menschen. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Unruhe gibt es in der Belegschaft der Engie E&P Deutschland GmbH in Lingen. Die geplante Neuausrichtung des französischen Mutterkonzerns könnte auch Folgen für die Tochtergesellschaft im Emsland haben.

Der international tätige Energieversorgungskonzern mit Sitz in Courbevoie bei Paris hatte auf seiner Bilanzpressekonferenz im Februar einen auf drei Jahre angelegten „Transformationsplan“ angekündigt, der zwei Zielrichtungen hat. Die eine besteht darin, das Engagement in CO2-intensiven Bereichen (Kohle, Erdöl, Erdgas) strategisch neu zu bewerten. Zweites Ziel ist es, in nicht mehr so starkem Maße wie bisher Marktpreisschwankungen ausgesetzt zu sein und sich stärker auf die Bereiche Energiedienstleistung und Service zu konzentrieren.

Über solche strategischen Überlegungen würden die Beschäftigten der Gruppe regelmäßig informiert, sagte Stefan Brieske, Leiter Unternehmenskommunikation von Engie in Lingen, am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion.

Betriebsversammlung in Lingen

In einer Betriebsversammlung war nach Informationen unserer Redaktion auch von der Möglichkeit die Rede, dass die Engie E&P Deutschland GmbH an der Waldstraße im Zuge der Neuausrichtung des französischen Mutterkonzerns verkauft werden könnte. „Alle Gerüchte dieser Art werden von der Unternehmensseite nicht kommentiert“, sagte Brieske. Eine Entscheidung über die zukünftige Ausrichtung - auch für das deutsche E&P-Geschäft - sei noch nicht getroffen worden.

Hochqualifizierte Arbeitsplätze

In Lingen sind rund 280 Arbeitnehmer beschäftigt, insgesamt sind es in der Gesellschaft rund 600, darunter viele Spezialisten in Bereichen wie Geophysik, Geologie, Petrophysik und Lagerstättentechnik, aber auch Bohr-, Komplettierungs- und Fördertechnik. Die Tätigkeitsfelder erstrecken sich von der Geologie über die betrieblichen Aktivitäten bis hin zur Vermarktung von Erdgas und Erdöl.

Umsatz von 351 Millionen Euro

Die Tochtergesellschaft in Lingen deckt laut Engie 16 Prozent der deutschen Öl- und acht Prozent der Gasproduktion ab. Sie hält gemeinsam mit Partnerunternehmen 185 Aufsuchungs- und Förderlizenzen. 2015 wurde nach eigenen Angaben ein Umsatz von 351 Millionen Euro erwirtschaftet.

Den weiteren Angaben zufolge stellt das Unternehmen mit viel Erfahrung und moderner Technologie die Produktion in älteren Öl- und Gasfeldern sicher, zum Beispiel im Nordwesten Deutschlands. Aber auch neue Projekte befinden sich in der Entwicklung – ob in der ostdeutschen Erdgasproduktion oder auch im Erdölfeld Römerberg in der Stadt Speyer.

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Engie

Engie ist ein international tätiger Energieversorgungskonzern mit Sitz in Courbevoie bei Paris. Die Muttergesellschaft der Engie E&P Deutschland GmbH in Lingen hatte ihren Markennamen 2015 in Engie umbenannt. Davor hieß sie GDF Suez-Gruppe, hervorgegangen aus der Fusion des Gasversorgers Gaz de France (GDF) und des Mischkonzerns Suez im Juli 2008. Engie E&P förderte 2015 395000 Tonnen Erdöl und rund 7,5 Mio. Kubikmeter Erdgas. E&P steht für Exploration und Produktion, also die Erkundung und Förderung von Kohlenwasserstoffen.