35 Transport in 25 Jahren Chronik der Ukraine-Hilfe in Lingen vorgestellt

Die Ukraine-Hilfe Lingen hat jetzt die ersten Exemplare der Jubiläumschronik an Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und Dezenrnentin Monika Schwegmann überreicht. Foto: Stadt LingenDie Ukraine-Hilfe Lingen hat jetzt die ersten Exemplare der Jubiläumschronik an Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und Dezenrnentin Monika Schwegmann überreicht. Foto: Stadt Lingen

Lingen. Seit 25 Jahren wird von Lingen aus die Region in der Ukraine mit Hilfsgütern versorgt, aus der Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges nach Lingen verschleppt worden waren. Drei Ukraine-Fahrer haben zum Jubiläum eine Chronik erstellt.

Eines der ersten Exemplare erhielten Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und Dezernentin Monika Schwegmann. Das teilte jetzt die Stadt Lingen mit. Autoren der 70-seitigen, mit vielen Fotos von den bislang 35 Transporten versehenen Chronik sind Hajo Wiedorn, Hinrikus Ude und Hermann Lindwehr. „Wir konnten das Werk dank der großartigen Unterstützung von Erwin Heinen und der Stadt Lingen erstellen“, sagten die Ukraine-Fahrer.

Ehremal in der heutigen „Halle IV“

Auftakt der Welle der Hilfsbereitschaft war der Besuch von Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch Schafaruk aus Juskovzy in der Westukraine am 24. Juni 1991. Sie gehörten zu den 20 Männern aus Juskovzy, die wie weitere 262 Fremd- und Zwangsarbeiter sowie 247 Kriegsgefangenen aus allen von deutschen Truppen besetzten Ländern von 1940 bis 1945 im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) arbeiten mussten. An der heutigen Halle IV an der Kaiserstraße erinnert ein Ehrenmal an sie. Alle, die den Krieg überlebt hatten, waren 1945 teilweise in ihre Heimatländer zurückgekehrt.

Blick in die Vergangenheit

Der Vater von Heinz Peters war damals Werkmeister im RAW und hatte sich besonders um Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch aus Juskovzy mit Familienanschluss gekümmert. Damals „Franz“ und „Marian“ genannt hatten die beiden ab 1945 ständigen Briefkontakt mit Familie Peters. Später äußerten „Franz“ und „Marian“ auch den Wunsch, einmal Lingen wiederzusehen. Dieses Anliegen hatte Cilli Peters, die in der Stadtverwaltung arbeitete, an Oberstadtdirektor a. D. Karl-Heinz Vehring herangetragen und war auf offene Ohren gestoßen, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt weiter.

„Welle der Hilfsbereitschaft“

Dem damaligen Spendenaufruf folgte eine Welle der Hilfsbereitschaft und so erfolgte im Februar 1992 unter Regie des DRK Kreisverbandes Lingen der erste Hilfsgütertransport nach Juskovzy. In den 25 Jahren sind es mittlerweile 35 Transporte geworden. „Da Franz und Marian schon verstorben sind, wollten wir eigentlich die Hilfsgütertransporte einstellen, aber die Kriegswirren im Osten der Ukraine haben uns bewegt, weiterzumachen“, erläuterten Wiedorn, Ude und Lindwehr.

Dank für Engagement

Oberbürgermeister Krone stellte die ehrenamtliche Arbeit der Ukraine-Fahrer als beispielhaft heraus und lobte das Engagement des Freundeskreises, der auch weiterhin auf die machbare Unterstützung der Stadt Lingen setzen könne, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Chronik

Die Chronik ist gegen eine freiwillige Spende bei Hinrikus Ude, Tel. 0160/96902620, erhältlich.

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