Teilweise große Defizite AIDS-Hilfe Emsland bietet HIV-Schnelltest an

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Ein neuer Schnelltest der AIDS-Hilfe Emsland/Grafschaft Bentheim soll Gewissheit geben. Zu dem Test zählt außerdem eine Beratung durch geschulte Mitarbeiter. Foto: dpaEin neuer Schnelltest der AIDS-Hilfe Emsland/Grafschaft Bentheim soll Gewissheit geben. Zu dem Test zählt außerdem eine Beratung durch geschulte Mitarbeiter. Foto: dpa

Lingen. Etwa 3400 bis 3500 Menschen stecken sich jährlich mit dem HI-Virus an. Das Gefährliche: Viele von ihnen wissen es nicht. Hier schaffen die AIDS-Hilfen Emsland und Grafschaft Bentheim Abhilfe. Sie bieten seit Kurzem, neben Aufklärungs- und Beratungsgesprächen einen HIV-Schnelltest an.

„Seit dem Aufkommen der Infektion mit HIV, gab es schon immer die Möglichkeit, Tests in Gesundheitszentren in der Region zu machen. Dabei wird Blut abgenommen und in ein Labor geschickt“, erklärt Heiner Rehnen, Sozialarbeiter bei der AIDS-Hilfe Emsland.

Trotz vielerlei Aufklärung, auch in den Medien, beläuft sich die Zahl der mit dem HI-Virus Infizierten allein in Deutschland auf 80000 Menschen, gibt das Robert-Koch-Institut bekannt. Rund 15000 Menschen wüssten dabei nicht einmal von ihrer Infektion, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann und ebenso eine Gefahr für andere birgt.

Nur ein Tropfen Blut

Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, bietet die AIDS-Hilfe Emsland und ihr Kooperationspartner der Grafschaft Bentheim –ansässig in Nordhorn – nun einen HIV-Schnelltest an. Er funktioniert in etwa wie ein Diabetestest, bei dem lediglich mit einer kleinen Nadel ein Tropfen Blut aus dem Finger entnommen wird. „Der Test ist ein Gesamtpaket: Eine Beratung, der Test selbst und eine Nachberatung“ berichtet der diagnosestellende Arzt Doktor Peter Fritz.

Oft in Vergessenheit geraten

Sollte es im schlimmsten Fall zu dem Ergebnis HIV-positiv kommen, gäbe es mittlerweile jedoch gute Behandlungsmöglichkeiten, sagt Fritz: „Das Ganze ist mit Medikamenten so behandelbar, dass es in jedem Fall lebensverlängernd wirkt und somit Infizierte ein normal hohes Alter erreichen können. Oft bricht das Virus nicht einmal aus.“ Vorsicht ist dennoch geboten denn: Es besteht nach wie vor eine Ansteckungsgefahr durch sexuellen Kontakt oder über das Blut, das heißt beispielsweise durch offene Wundstellen. Keine Gefahr hingegen besteht beim Austausch von Speichel. Oft würden sich die Leute in Sicherheit wiegen, wenn über das Thema eine gewisse Zeit nicht in den Medien berichtet wird – es gerate schlichtweg in Vergessenheit, stellt Fritz fest. Damit dies nicht passiert, besuchen die Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Emsland / Grafschaft Bentheim regelmäßig Schulen in der Region. „Erst letztens waren wir bei einer Veranstaltung in Spelle während der Schulprojekttage“, erzählt Rehnen.

Aufklärung auch in Pflegeeinrichtungen nötig

Doch nicht nur bei den Jüngeren müsse für Aufklärung gesorgt werden – auch Senioren würden das Thema HIV oft unterschätzen: „Oft müssen HIV-Infizierte in Pflegeeinrichtungen untergebracht werden und oft merken wir, dass auch dort, nicht nur bei den Senioren selbst, sondern auch bei den Pflegern große Defizite vorherrschen“, äußert sich Carsten Kerkemeyer, Ansprechpartner der AIDS-Hilfe Grafschaft Bentheim.

Das Angebot des anonymen Schnelltests, inklusive einer intensiven Beratung, rund um das Thema HIV besteht einmal im Monat und beträgt zehn Euro. Der nächste Termin ist morgen am 30. Juni in der Geschäftsstelle der AIDS-Hilfe Nordhorn von 14 bis 16 Uhr und am 20. Juli bei der AIDS-Hilfe in Lingen von 17 bis 19 Uhr. Aktuelle Termine sind auf der Internetseite www.aidshilfe-emsland.de einsehbar.


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