Bingo-Umweltlotterie unterstützt Grünes Klassenzimmer für die Lingener Marienschule

Von Christiane Adam


Lingen. Haben Sie sich schon einmal ein Los der Bingo-Umweltlotterie gekauft? Wer dies tut, kann nicht nur Geld- und Sachpreise gewinnen, sondern verhilft auch Naturschutzprojekten zum Start. Empfänger von Fördergeldern ist auch die Lingener Marienschule: Ein Insektenhotel, eine Streuobstwiese und ein grünes Klassenzimmer hat die Lingener Oberschule mithilfe der Finanzspritze eingerichtet.

2015 hat die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung landesweit 448 Projekte mit rund 5,9 Millionen Euro gefördert, so heißt es laut Pressemitteilung aus Hannover. Michael Thürnau, Moderator der Sendung Bingo!, auch bekannt als Bingobär, ist am Freitag mit Sigrid Rakow, Vorstandsvorsitzende der Umweltstiftung und Marita Wilmes, ebenfalls von der Stiftung, nach Lingen gereist, um sich über die Verwendung der Gelder vor Ort ein Bild zu machen.

Einsatz für die Umwelt

„Ich als Moderator möchte wissen, wovon ich rede. Menschen vertrauen uns schließlich ihr Geld an. Die meisten, die mitspielen, gewinnen zwar nicht. Aber ich höre ganz oft: „Wir haben zwar noch nie etwas gewonnen, aber es ist ja für die Umwelt“, begründet Thürnau seinen Einsatz. Projekte, bei denen Kinder geschult werden, gehörten zu seinen Lieblingsprojekten. „Wir geben ein wenig Geld. Der Wille, die Ideen und die Schaffenskraft tragen Sie bei. Daher verstehen Sie meine Anwesenheit heute bitte nicht als Kontrolle, sondern als Infobesuch“, richtete sich der Umweltbotschafter an die Vertreter der Schule.

Schüler schätzen selber Angelegtes mehr

Schulleiter Marko Wittstruck überließ es in erster Linie den betreuenden Lehrern Heiner Voss und Alfons Grüppen, über die Projekte zu berichten. „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass junge Menschen sich in der Natur und im Garten gut auskennen. Das habe ich beispielsweise bei der Handhabung der Spaten beim Anlegen der Streuobstwiese gemerkt“, schmunzelte Voss. „Ich glaube, die Schüler schätzen und bewahren selber Angelegtes mehr. Ich denke schon, dass sie auf das grüne Klassenzimmer stolz sind“, betonte Grüppen.

Naturnahe Lernorte

Das grüne Klassenzimmer, das in Form eines Amphitheaters angelegt ist, „schreit ja geradezu nach Theateraufführungen“, meinte denn auch Thürnau. Nicht nur das Geld (12.000 Euro wurden für die Streuobstwiese überwiesen, 1000 Euro für das Insektenhotel und einen Beerengarten, 1350 Euro gab es als Zuschuss für das grüne Klassenzimmer) der Bingo-Umweltstiftung half bei den Projekten, auch die Tatkraft der Schüler, Unterstützung durch Landwirte, Baumschulen etc. und der Förderkreis der Schule tragen dazu bei, dass diese naturnahen Lernorte möglich sind.

Gemeinsam draußen lernen

Während sich das grüne Klassenzimmer direkt auf dem Schulhof befindet, ist die Streuobstwiese knapp fünf Kilometer von der Marienschule entfernt am Laxtener Brook gelegen. „Kein Problem mit dem Fahrrad bei unserem Doppelstundensystem“, meinen die Lehrer. Ein Schüler habe einmal gesagt: „Wenn Herr Voss uns in zehn Stunden in Bio etwas erklärt, ist es gut. Aber wenn wir eine Stunde gemeinsam draußen lernen, begreifen wir es“.

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