Unterstützung von Skate-Aid Lingener unterrichtet Kinder ehrenamtlich im Skaten


Lingen. Seit 25 Jahren ist Guido Kappen auf seinem Skateboard unterwegs. Nun möchte er sein Wissen und seine Erfahrungen an Kinder und Jugendliche, darunter auch Geflüchtete, mit einem wöchentlichen Skatetraining am Jugendzentrum des Alten Schlachthofes Lingen weitergeben.

„Was ist eigentlich dein Traum“, fragte Cara Kappen ihren Mann Guido vor einigen Wochen. Seine Antwort: „Ich wollte schon immer einen Skater- und BMX-Laden eröffnen.“

Aus einer simplen Frage entstand so die Idee, das Ganze in die Realität umzusetzen. Im Spätherbst soll es soweit sein. Ab dann stehen Guido und seine Frau zusammen hinter dem Tresen ihres eigenen Geschäfts.

Ein gegenseitiges Kennenlernen

Als Skater mit langjähriger Erfahrung, der sich seinem Hobby mit ganzer Leidenschaft widmet, war dies aber noch nicht genug für den Lingener. „Vor einem Jahr haben Guido und ich einmal darüber geredet, dass man ja auch gut etwas für Flüchtlinge tun könnte, vor allem für elternlose Flüchtlinge“, erzählt Roman Hoffmann, ein Freund des Skaters. Aus einer, so wie Hoffmann es nennt „Schnapsidee bei einem Bierchen“ wurde binnen ein paar Wochen Ernst. Sponsoren wurden gesucht, Kontakt zum SKM und SKF Lingen aufgenommen und alles wurde in die Wege geleitet. „Von unserer Wohngruppe sind zwei Jugendliche dabei, die ohne Eltern hier in Deutschland sind. Sportliche Aktivitäten fördern das gegenseitige Kennelernen der Jugendlichen“, äußert sich Anne Kramer, Hausleitung der Wohngruppe Baccum vom SKF Lingen. „Dadurch kommen alle zueinander: Deutsche Kinder und Flüchtlingskinder“, ergänzt Cara Kappen.

Unterstützung in aller Welt

Unterstützung bei dem gemeinsamen Unterfangen bekamen sie und ihr Mann von der Organisation Skate-Aid. „Skate-Aid ist ein Verein der in 17 Ländern, unter anderem in Kenia, im Sudan, Uganda, Kapstadt und eben auch in Deutschland, aktiv ist. Dort bauen sie Skate-Parks und bringen Kindern sowie allen, die das Skaten lernen wollen bei“, erzählt Cara Kappen. Gegründet wurde dieses Hilfsprojekt von dem als „Vater der deutschen Skateboard-Szene“ bezeichneten Titus Dittmann aus Münster.

Schnelle Umsetzung

15 Skateboards stellte der Verein den Lingenern zur Verfügung, welche auch direkt beim ersten Training mit vollem Einsatz in Anspruch genommen wurden. Da die Idee allerdings innerhalb kürzester Zeit umgesetzt wurde, sucht das Ehepaar Kappen noch nach weiteren Sponsoren um ihr ehrenamtliches Projekt voranzubringen.

„Ich bin froh, dass alles so schnell geklappt hat und finde es einfach super, dass aus einem Plausch am Abend so etwas entstanden ist“, berichtet Hoffmann zufrieden. Und auch Guido Kappen freut sich sichtlich über das, was er mit seiner Frau so kurzfristig auf die Beine stellen konnte und vor allem auf die zum Teil schon sehr wagemutigen Versuche der Skateboard-Anfänger: „Dafür das die Jungs hier teilweise zum ersten Mal auf einem Skateboard stehen, klappt es richtig gut.“

Das Skatetraining findet jeden Mittwoch von 15.30 bis 18 Uhr am Jugendzentrum des Alten Schlachthofes in Lingen statt.


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