Doppelkonzert mit Lightshow Rockfans begeistert von RoMeO im Lingener Theater

Von Sebastian von Melle

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LINGEN. „Wir sind zurück mit Rockmusik, mit Popmusik, mit Balladen, aber das Wichtigste: Wir sind zurück!“ Den Taktstock in der linken Hand, das Mikrofon rechts, verkündete Martin Nieswandt beim ersten von zwei Konzerten im voll besetzten Theater an der Wilhelmshöhe die frohe Botschaft der Wiederkehr des einzigartigen Musikformates RoMeO („Rock Meets Orchestra“).

Der Leiter der Musikschule des Emslandes dirigierte ein sauber intoniertes und musikalisch perfektes Ensemble aus Orchester, Band und Sängern, das es sogar schaffte, die Gesetze der Schwerkraft hier und da aufzuheben und das begeisterte Publikum von den Stühlen zu reißen.

Eine beeindruckende Lightshow sorgte für strahlende Augen, und 17 Klassiker zum Abgehen gab es auf die Ohren, von „Let Me Entertain You“ bis „Sledgehammer“. Das war Rockmusik vom Feinsten, quer durch alle Sparten, von soft bis heavy, von akustischer Gitarre und Streichern bis zum Metal-Sound und harten Beats. Hier trafen nicht nur Band und Orchester aufeinander, sondern auch Musikschulgrößen und externe Gäste, und diese Mischung war gut. Das nur anfangs noch etwas unentschlossenen Gesangsquartett (Katharina Lorenz, Meike Roth, Daniel Durst und Tomas Stitilis) machte deutlich, wie viel stimmliches Potenzial, Power, Technik und Selbstbewusstsein an der Bühnenfront erforderlich sind. Da war alles vertreten: Animation, Feeling, Expressivität und auch die härteren Varianten bis zu Daniels Headbanging beim gar nicht schläfrigen „Enter Sandman“. So nebenbei moderierten die Vier den Abend im Wechsel, was eigentlich ein eigener Job wäre.

Aufwendige Arrangements

Die Band, das waren echte Profis. Jason Weaver, musikalischer Leiter der Freilichtbühne Meppen und Dirigent von „Classic meets Pop“ in Oldenburg, war der Herr der Tasten, Maik Reishaus aus Osnabrück stand am Bass. Den Thinktank für „RoMeO returns“ bildeten zusammen mit Martin Nieswandt die Lehrkräfte der Musikschule: Michael Schrant an den Drums, Rolf Mäusbacher und der frisch gebackene Vater Julian Zwoch mit wunderbaren Soli an den Gitarren. Sie hatten einige der aufwendigen Arrangements selbst geschrieben, denn Noten für diese Besetzung gibt es nicht von der Stange.

Viel geübt

Das Sinfonieorchester blieb aus Platzgründen leider sehr im Hintergrund, aber es war nicht zu überhören, dass auch Nieswandts Streicher und Bläser und Trommler viel geübt haben, um die knackigen Zwischenwürfe und sanften Klangteppiche zu formen, die „RoMeO“ so reizvoll machen. „All By Myself“ ohne satte Strings? Nicht mehr vorstellbar! Auch die tolle Rocknummer von Paul McCartney „Live And Let Die“ bekam durch den überraschenden Schluss des Orchesters vor der Pause eine neue Farbe.

Beifallsstürme

Nach einem zweiten Teil edlen Krachs und nicht enden wollenden Beifallsstürmen ließen die Zugaben „Rolling In The Deep“ und „Hey Jude“ nichts zu wünschen übrig. „RoMeO returns“ sollte auch 2017 wiederkommen, und warum nicht in die Emslandarena? Dort ist noch mehr Platz.


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