Alkohol und Schwangerschaft 6750 Euro-Spende für Selbsthilfegruppe in Lingen

Von Felix Reis

Große Freude herrschte bei Gisela Michalowski, Bundesvorsitzende der FADS-Selbsthilfegruppe. Sie konnte von Ferdinand Rausch und Heinz-Gerd Evers (von links) von der DAK Gesundheit einen Scheck über 6750 Euro in Empfang nehmen. Foto: Felix ReisGroße Freude herrschte bei Gisela Michalowski, Bundesvorsitzende der FADS-Selbsthilfegruppe. Sie konnte von Ferdinand Rausch und Heinz-Gerd Evers (von links) von der DAK Gesundheit einen Scheck über 6750 Euro in Empfang nehmen. Foto: Felix Reis

Lingen. Geldspritze für einen guten Zweck. Die DAK-Gesundheit in Lingen unterstützt die Arbeit der FASD-Selbsthilfegruppe (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) mit 6750 Euro. Den Scheck übergaben Heinz-Gerhard Evers und Ferdinand Rausch an die Bundesvorsitzende der FASD-Selbsthilfegruppe, Gisela Michalowski aus Lingen.

Unter dem Begriff FASD werden gesundheitliche Schädigungen von Kindern zusammengefasst, deren Mütter während der Schwangerschaft übermäßig Alkohol konsumiert haben.

„Normales Leben kaum möglich

„Mit der Förderung der Krankenkasse können wir jetzt im Juni ein Wochenendseminar für Betroffene in Fulda veranstalten“, freute sich Michalowski. Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft sei eine häufige Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, hirnorganische Beeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen und extreme Verhaltensauffälligkeiten. FASD kann sich in seiner Ausprägung sehr unterschiedlich darstellen, was die Diagnostik oft erschwert. Kinder mit FASD sind für ihr gesamtes Leben geschädigt, wobei die größten Probleme oft in der Bewältigung des Alltags liegen. Ein normales Leben in der Gesellschaft ist laut Michalowski nur den wenigsten betroffenen Jugendlichen und Erwachsenen möglich.

Aufklären und beraten

„Wir sind ein Zusammenschluss von Adoptiveltern, Pflegeeltern, leiblichen Eltern und anderen an FASD-interessierten und von FASD betroffenen Menschen. Unser Ziel ist es, über FASD aufzuklären, zu beraten und zu helfen sowie die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Hierzu wenden wir uns an die entsprechenden Stellen, tragen Informationsmaterial zusammen und geben unser Wissen weiter“, erläuterte Michalowsk.

„Mehr als eine gesetzliche Aufgabe“

Einer aktuellen Studie zufolge sehen 90 Prozent der Deutschen die Selbsthilfegruppen als sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Behandlung. „Zum Gesundwerden und Gesundbleiben ist der Erfahrungsaustausch untereinander sehr wichtig“, sagte Heinz-Gerd Evers: „Für uns ist die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe mehr als nur eine gesetzliche Aufgabe“. Weitere Informationen zu FASD im Internet unter www.fasd-deutschland.de


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