„Stadt der Platanen“ Andreas van Hooven hält Lesung im Litfass Lingen

Von Jessica Lehbrink

Andreas van Hooven las aus seinem neuen Roman „Stadt der Platanen“ in der Gastwirtschaft Litfass vor. Foto: Jessica LehbrinkAndreas van Hooven las aus seinem neuen Roman „Stadt der Platanen“ in der Gastwirtschaft Litfass vor. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. „Es war eine Zeit zwischen den Zeiten. Kohls Regierungszeit war noch nicht ganz zu Ende und Berlin war noch nicht Regierungssitz“, beschreibt Autor Andreas van Hooven sein Buch „Stadt der Platanen“. Am Mittwoch las er in der Gastwirtschaft Litfass aus seinem neuen Werk vor.

„Ich habe lange damit gerungen, ob ich den Text aufpeppe“, berichtet van Hooven über den Einstieg seines Buches. Doch er entschied sich dafür, den Text, neben einigen Änderungen, so zu belassen, wie er war. So beginnt der Roman sehr szenisch, mit vielen Monologen, etwas düster. Schnell werden Themen wie finanzielle Probleme, Alkohol und Drogen klar. Eine unheilbare Sinnsuche eines Namenlosen zwischen Zugehörigkeit und Individualität: So beschreibt es der Einband des Romans.

„Dieses Buch ist ein Buch über das Scheitern der Hauptfigur und darüber, wie andere Menschen andere Wege gehen“, äußert sich der Schriftsteller. Daher rühre auch der Name „Stadt der Platanen“. „Die Platane ist ein häufig vorkommender Straßenbaum in Berlin und soll symbolisieren, sich von alten Dingen zu lösen, so wie der Baum, der entgegen anderen Bäumen, bei denen die Rinde mitwächst, diese absprengt“, erklärt van Hooven.

Er selbst lebte in Berlin und weiß daher, wie sich auch einmal die anderen, nicht schillernden Seiten der Hauptstadt zeigen können. „Es wäre unehrlich zu sagen, dass solche oder ähnliche Bücher ohne autobiografische Züge sind. Einige Sachen haben sich ähnlich in meinem Umfeld ereignet, einiges ist mir auch selbst passiert“, erzählt der gebürtige Lingener. Viele Leute, mit denen er zu tun hatte, seien in der Zeit von 1997 bis 1999 gescheitert, als er den Text verfasste.

Bis es zur Veröffentlichung seines Romans kam, musste der ehemalige Schüler des Gymnasiums Georgianum in Lingen jedoch selbst die Initiative ergreifen: „Mir wurde gesagt, dass ich wohl den schwierigen Gang gehen müsse, und zwar den des Selbstverlages. Jetzt bemühe ich mich, das Ganze bekannt zu machen.“ Gerade in Zeiten, in denen der Verkauf im Internet boome, das Geschäft der stationären Buchhändler aber stagniere, sei dies eine Sache der eigenen Bemühungen.

Besonders freute sich van Hooven über die Gelegenheit, im Litfass mit Einladung von Wirtin Heidi lesen zu dürfen und damit ein Stück zu seinen Wurzeln in Lingen zurückzukehren.


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