Zunächst mit zwei Fahrzeugen Carsharing-Projekt in Lingen startet am 18. August

Das passende Auto hatte Daniela Lübbe von den Stadtwerken Osnabrück direkt mitgebracht, als sie den Mitgliedern des Lingener Verkehrsausschusses das Carsharing-Konzept für Lingen erläuterte. Foto: Wilfried RoggendorfDas passende Auto hatte Daniela Lübbe von den Stadtwerken Osnabrück direkt mitgebracht, als sie den Mitgliedern des Lingener Verkehrsausschusses das Carsharing-Konzept für Lingen erläuterte. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Ist Carsharing auch ein Modell für Lingen? Dies wollen die Stadt und der Landkreis Emsland in einer zwei Jahre dauernden Testphase herausfinden.

Daniela Lübbe von den Stadtwerken Osnabrück hat Details des Projektes, das gemeinsam mit der Stadtteilauto GmbH Osnabrück durchgeführt wird , jetzt auf der jüngsten Sitzung des Lingener Verkehrsausschusses vorgestellt.

Ab dem 18. August sollen in Lingen zwei Fahrzeuge, deren Finanzierung überwiegend der Landkreis Emsland übernimmt , stationiert werden. „Es handelt sich um einen Toyota Aygo, der in der Nähe des Bahnhofes und des Campus Lingen einen Stellplatz bekommt, und um einen Citroen Berlingo mit Anhängerkupplung, der bei der Außenstelle des Landkreises in Lingen stehen wird.“

Auto online oder telefonisch buchbar

Damit die beiden Fahrzeuge nicht nur stehen, sondern möglichst viel laufen, können sie Online oder telefonisch gebucht werden. Der Preis setze sich aus der Nutzungsdauer und einer Pauschale je gefahrenem Kilometer zusammen, erläuterte Lübbe. Zudem werde eine monatliche Grundgebühr für die Registrierung bei der Stadtteilauto GmbH fällig. „Diese beträgt fünf Euro, wird aber in Lingen erst ab dem vierten Monat fällig.“ Zudem werde die einmalige Anmeldegebühr für das Carsharing in Lingen um rund 50 Prozent auf 25 Euro gesenkt.

Zusammenarbeit mit Carsharing Emsland

Die monatliche Grundgebühr entfalle für Mitglieder des Vereins Carsharing Emsland . Mit diesem möchte die Stadtteilauto GmbH Osnabrück bei den auch in Meppen und Papenburg geplanten Versuchsphasen für das Carsharing zusammenarbeiten. Darüber, wie diese Zusammenarbeit aussehen könnte, würden in den nächsten Tagen Gespräche geführt, erklärten Vertreter der Lingener Stadtverwaltung, der Stadtteilauto Osnabrück GmbH und des Vereins übereinstimmend.

Beranek (Bürgernahe) fordert mehr Fahrzeuge

Michael Fuest (Grüne) begrüßte die Pläne. „Wenn es läuft, sollte man die Zahl der Fahrzeuge aufstocken.“ Jürgen Beranek (Bürgernahe) wünschte sich sogar von Anfang an mehr Fahrzeuge: „Wenn Studierende des Campus Lingen und Mitarbeiter des Landkreises die beiden geplanten Fahrzeuge nutzen, haben die ‚Normalbürger‘ doch gar keine Chance mehr.“ Der Landkreis Emsland wird zugunsten des Carsharing-Fahrzeuges einen Dienstwagen abschaffen.

Elektroautos Ja oder Nein?

Während Werner Hartke (CDU) es begrüßte, dass zunächst herkömmliche Autos zum Einsatz kommen – „Viele haben bei Elektroautos noch Berührungsängste“ – war Sozialdemokrat Ralf Plaggenborg in dieser Hinsicht anderer Meinung: „Ich hätte mutiger entschieden und zumindest bei dem Kleinwagen auf ein Elektroauto gesetzt.“

Lübbe betonte, dass Elektroautos in der Anschaffung teurer seien. Außerdem bezweifelte sie, ob bei den durchschnittlich zurückgelegten Distanzen im ländlichen Raum ein Elektroauto wegen der begrenzten Reichweite interessant für die Carsharing-Versuchsphase sei.

Werbung bei Studierenden und Senioren

Zudem machte sie deutlich, dass eine Information der Studierenden am Campus Lingen aus ihrer Sicht enorm wichtig für den Erfolg der Versuchsphase sei. Godula Süßmann (Liberale Fraktion) benannte zusätzlich ältere Menschen als interessante Zielgruppe: „Wir sollten das Carsharing auch in Seniorenvereinen bewerben“, forderte sie.


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