Mehrfamilienhaus geplant Anwohner verärgert über Bauvorhaben im Lingener Friedensweg

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Lingen. Auf wenig Gegenliebe bei Nachbarn und Anwohnern stößt der geplante Neubau eines Mehrfamilienhauses im Lingener Friedensweg. Das Gebäude passe nicht in das Umfeld, sagen sie.

Anwohner Horst Marthen ärgert sich: „Die vorhandene Struktur wird plattgemacht.“ Im Friedensweg ständen nur Einfamilienhäuser mit Garten. „Bei dem Neubau wird alles versiegelt und es gibt keine Grünfläche mehr.“ Und Karl Stellbrink befürchtet, dass weitere solche Bauten im Friedensweg entstehen könnten. Marthen sieht dies ähnlich: „Wenn einer anfängt, haben alles das Recht.“ Margret Modelmog hat Angst, „am Ende mit meinem kleinen Häuschen dazwischen zu hängen“.

Größe und Aussehen stören

Die Anwohner stören die Größe und das Aussehen des Neubaus. Geplant ist ein zweigeschossiges Haus mit einem geneigten Dach, in dem eine Penthousewohnung entstehen soll. „Dieses Haus ist dreigeschossig. Alles andere ist, Dachschräge hin oder her, Wortklauberei“, meint Marthen. Und Christa Schieving fragt: „Warum wird der Bau schneeweiß werden?“ Ein schöner Klinker hätte besser gepasst. Stellbrink hat nichts gegen die Länge des geplanten Baus. „Das stört weniger. Reihenhäuser mit einem ausgebauten Dachgeschoss wären in Ordnung gewesen“, sagt er.

Gesetzliche Bestimmungen eingehalten

Doch die Beschwerden der Anwohner dürften keinen Erfolg haben. „Diese Baumaßnahme hält die gesetzlichen Anforderungen ein; insbesondere handelt es sich baurechtlich tatsächlich um eine zweigeschossige Bauweise“, so Lingens Stadtbaurat in einem Schreiben vom 24. März an die Anwohner. Die notwendige Baugenehmigung sei bereits erteilt worden. „Dieser Baukörper ist im vorderen Teilbereich des Friedensweges bis zur Mündung Koppelweg verträglich und zulässig“, begründet Schreinemacher die Genehmigung. Zudem habe man den Investor dazu bewegt, auf ein laut Bebauungsplan zulässiges Staffelgeschoss zu verzichten. Die Anwohner sind frustriert: „Mit einer Klage haben wir keine Chance“, sehen sie die Stadt und den Investor auf der rechtlich sicheren Seite.

Nicht bürgerfreundlich informiert

Enttäuscht sind die Anwohner auch darüber, dass die Stadt nicht vorher auf sie zugekommen ist. „Fairerweise hätte die Stadt uns informieren können“, äußert Stellbrink seinen Unmut darüber, „dass das nicht so bürgerfreundlich gelaufen ist“. Modelmog sagt, dass sie erst aufmerksam geworden sei, als der Bagger kam und das alte Haus abgerissen wurde. Stadtbaurat Schreinemacher erklärt, dass die Stadt im Jahr rund 500 Wohnungen genehmigen würde. Eine vorherige Information sei nicht erfolgt, weil es einen rechtskräftigen Bebauungsplan gebe, dem der geplante Bau ohne Ausnahme entspreche.


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