Nachdenkliches mit viel Gefühl Blues und Rock beim Fonds für Krebskranke Lingen

Von Sebastian von Melle

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LINGEN. „Ohrenstöpsel brauchen Sie diesmal nicht“,hat Reinhard Zick gesagt und zahlreiche treue Unterstützer seines Fonds für Krebskranke im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe zur 24. Benefizveranstaltung begrüßt. Mit dem New Yorker Bluesgitarristen Todd Wolfe und dem dänisch-amerikanischen Rockstar Mike Tramp hatte er zwei ebenbürtige Künstler eingeladen, die ein nachdenkliches Programm mit viel Gefühl präsentierten.

Jubiläum im nächsten Jahr

Musik vom Allerfeinsten versprach Oberbürgermeister Dieter Krone als Schirmherr in seinem Grußwort und bat um Großzügigkeit für Menschen in Not. Habe die Benefizgala vor einigen Jahren geballte Frauenpower präsentiert, seien 2016 mal die Männer dran. Fonds-Vorsitzender Zick betonte den Zusammenhang von Trauer und Glück, indem er den Spendern dankte, an verstorbene Freunde erinnerte und seine vor drei Monaten geborene Enkelin Tilda begrüßte. Mehrere tausend Euro kämen jedes Jahr zusammen, damit unbürokratisch und schnell geholfen werden könne, so Zick, der auch ankündigte, dass die Jubiläumsveranstaltung im kommenden Jahr in Kombination mit seinem 70. Geburtstag ein besonderes Highlight zu werden verspricht.

Blues von Todd Wolfe

Nach der Begrüßung gehörte die Bühne den Musikern. Todd Wolfe kommt aus der New Yorker Bluesszene der späten 1970er-Jahre und war Leadgitarrist und Songwriter bei Sheryl Crow. Seine Vorbilder Eric Clapton, Peter Green, Jimi Hendrix und Michael Bloomfield waren deutlich herauszuhören, als Wolfe die Slide-Gitarre zur Hand nahm und den metallenen Bottleneck über die Saiten gleiten ließ. Erdig und schwer wie ein guter Rotwein erklang der Blues, und da Todd Wolfe keine Setlist verwendet und nach dem Konzert oft auch nicht mehr weiß, welche Stücke er gespielt hat, war es auch egal, dass sein amerikanisches Englisch nur zur Hälfte zu verstehen war. Vor einem Jahr erschien das neue Album „Long Road Back“, dessen Ohrwurm „Peace Unto You“ ebenso gefiel wie die Sheryl-Crow-Nummer „Mercy“. Auch Folk Blues gab es zu hören: „Cold Black Night“ erklang mit schönem Solopart der Akustikgitarre.

Rock von Mike Tramp

Weicher und jünger im Sound, wenn auch technisch gut unterstützt, übernahm der US-Däne Mike Tramp den zweiten Teil mit lyrischem Rock und präsentierte Songs seiner großen Jahre mit den Bands „White Lion“ und „Freak Of Nature“ sowie Stücke seiner mittlerweile zwanzigjährigen Solokarriere. Charmant erzählte er mal deutsch, mal englisch Episoden aus aller Welt, um dann festzustellen: „Heute Abend ich bin Lingen, das weiß ich.“ Die Lingener lauschten konzentriert und ließen sich ein auf eine Reise von „Cobblestone Street“ über „Cry For Freedom“, „Trust In Yourself“ bis zum guten Rockalbum „Broken Heart“. Sehr exakt setzte Tramp eine gedoppelte Gesangsspur ein, die seinen Vocals großes Volumen verlieh. „Farewell To You“ sagten beide Künstler mit einem sehr schönen Stück zu zweit, bevor der Abend im Foyer ausklang.


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