Präsidialamt: „Bunte Mischung“ Diskussion um Gaucks Gästeliste bei Bürgerempfang in Lingen

Bundespräsident Joachim Gauck besucht am 1. März das Emsland. Zum Abschluss empfängt er 100 ausgewählte Bürger im Lingener IT-Zentrum. Foto: Wolfgang Kumm/dpaBundespräsident Joachim Gauck besucht am 1. März das Emsland. Zum Abschluss empfängt er 100 ausgewählte Bürger im Lingener IT-Zentrum. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Lingen. Zum Abschluss seines Besuchs im Emsland am 1. März empfängt Bundespräsident Joachim Gauck 100 ausgewählte Gäste im Lingener IT-Zentrum. Bei den Eingeladenen handele es sich um eine „bunte Mischung“, erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion eine Sprecherin Gaucks.

In sozialen Netzwerken hatte es Kritik an der Zusammensetzung der nicht öffentlichen Gästeliste gegeben. Diese werde von Mandats- und Funktionsträgern dominiert. So hat beispielsweise Landrat Reinhard Winter in einem Schreiben vom 19. Februar den Kreistagsvorsitzenden Hermann Schweers und dessen Stellvertreter Magdalena Wilmes (beide CDU) und Willi Jansen (SPD), die stellvertretenden Landräte Heinz Rolfes, Margret Berentzen und Wilfried Lübs (alle CDU) sowie den Vorsitzenden des Schulausschusses und dessen Stellvertreter (Heinrich Aepken und Adolf Böcker, beide CDU) und den Vorsitzenden des Ausschusses für Jugendhilfe und Sport (Ferdinand Redeker, CDU) gebeten, ihrer Einladung des Bundespräsidenten zu folgen.

Kreistagsfraktionsvorsitzende sind eingeladen

Mit Heiner Reinert von der Steuerungsgruppe Bildungsregion Emsland und Ursula Mersmann als Vorsitzende der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte in Papenburg stehen zwei weitere CDU-Kreistagsmitglieder auf der Gästeliste des Bundespräsidenten. Hinzu kommen die Fraktionsvorsitzenden der im Kreistag vertretenen Parteien. Dies sind Bernd-Carsten Hiebing (CDU), Karin Stief-Kreihe (SPD), Michael Fuest (Grüne), Günther Pletz (UWG) und Michael Goldmann (FDP).

Bürger aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen

Das Bundespräsidialamt legt aber Wert auf die Feststellung, dass auch Vertreter von Bildungsinstitutionen im Emsland, wie mehrere Schülervertreter, Lesepaten, Mitglieder des Landfrauenverbandes und Repräsentanten des Projektes „Haus der kleinen Forscher“ auf der Gästeliste stünden. Es sei der ausdrückliche Wunsch des Bundespräsidenten, dass Bürger aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen eingeladen worden seien.

Das Programm des Gauck-Besuchs und die Gästeliste des Bürgerempfangs seien in enger Abstimmung mit örtlichen Einrichtungen und der Niedersächsischen Staatskanzlei erarbeitet worden. „Das ist ein Zusammenspiel verschiedener Akteure, ein Prozess und Abwägen“, erklärte die Sprecherin des Bundespräsidenten. Die Frage, wer genau an der Erstellung der Gästeliste zum Bürgerempfang beteiligt war, konnte sie nicht beantworten.

Gästeliste spiegelt Programm wider

Für die Stadt Lingen stehen Oberbürgermeister Dieter Krone (parteilos) sowie der Erste Bürgermeister Heinz Tellmann und Stadtratsvorsitzender Werner Hartke (beide CDU) auf der Gästeliste. Der Gästekreis spiegele das tagsüber im Emsland wahrgenommene Programm des Bundespräsidenten wider, heißt es aus dem Bundespräsidialamt.


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