Vom FZL vermittelt Lernhelfer in Lingen stärken Selbstbewusstsein der Kinder

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Nur für das Zeitungsfoto sind ausnahmsweise diese vier Kinder von der Grundschule Gauerbach mit ihren Lernhelfern Manfred Kruse und Petra Keck zusammen. Sonst findet die Lernhilfe in Einzel- oder Zweierbetreuung statt. Foto: Christiane AdamNur für das Zeitungsfoto sind ausnahmsweise diese vier Kinder von der Grundschule Gauerbach mit ihren Lernhelfern Manfred Kruse und Petra Keck zusammen. Sonst findet die Lernhilfe in Einzel- oder Zweierbetreuung statt. Foto: Christiane Adam

Lingen. „Die Lernhelfer wissen fast alles, genau wie die normalen Lehrer“. Darin sind sich die vier Kinder, die an diesem Donnerstagnachmittag zur Lernhilfe im Klassenzimmer sitzen, einig. Ganz so würden es Petra Keck und Manfred Kruse wohl nicht ausdrücken, aber dass sie ihren Schülern in der Grundschule im Gauerbach eine wichtige Stütze sind, das wissen sie schon.

Keck betreut seit zweieinhalb Jahren Schüler bei den Hausaufgaben. Kruse kommt seit sechs Jahren regelmäßig in die Grundschule in seiner Nachbarschaft, um dort jeweils einem Jungen oder einem Mädchen bei den Hausaufgaben zu helfen. „Es ist schön zu sehen, wie sich manches Kind, das ich betreut habe, entwickelt hat“, erzählt der Rentner.

Auch Birgitt Bauer weiß die Anwesenheit der Lernhelfer, die ihr vom Freiwilligen-Zentrum Lingen (FZL) vermittelt werden, sehr zu schätzen. „Die Lernhelfer fördern nicht nur die Erledigung der Hausaufgaben in ruhiger Atmosphäre, sondern verhelfen den Kindern auch zu höherem Selbstbewusstsein“, weiß die Schulleiterin. Normalerweise werden die Hausaufgaben montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 13.45 Uhr und 14.30 Uhr erledigt, zwar unter Aufsicht, aber in der großen Gruppe. Das sei nicht für jedes Kind etwas, betont die P. Insbesondere Schüler mit Konzentrations- oder Sprachschwierigkeiten kommen in der großen Gruppe nicht so leicht zur Ruhe.

„Die Lernhelfer betreuen ein Kind, manchmal zwei, in Ausnahmefällen maximal drei Kinder zur selben Zeit“, erklärt Rita Hecker, die seit 2007 für das FZL die Gruppe der Lernhelfer koordiniert. Durch dieses Eins-zu-Eins-Verhältnis können sich die Lernhelfer auf den Schüler konzentrieren und sich der geforderten Themen besonders annehmen. „Ich muss in Deutsch öfters was nachfragen, in Mathe aber nie“, erzählt beispielsweise einer der Jungen aus der Klasse 4b.

Geduldig und einfühlsam

35 Lernhelfer engagieren sich derzeit in sieben Lingener Grundschulen und an der Pestalozzischule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. „Für diese Aufgabe des FZL suchen wir immer Freiwillige. Pädagogische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Natürlich sollte man Kinder mögen und geduldig und einfühlsam sein“, sagt Tine Schubert, Mitarbeiterin des FZL.

Manchmal lernen auch die Lernhelfer, deren eigene Schulzeit schon eine Weile zurückliegt, etwas Neues dazu. Beispielsweise gebe es ein neues System beim Dividieren oder halt die neue Rechtschreibung. „Dann machen wir es eben so, wie die Schüler es im Unterricht beigebracht bekommen, das ist ja kein Problem“, bekräftigt Kruse.

Von der klassischen Nachhilfe unterscheide sich die Tätigkeit eines Lernhelfers insofern, als dass sich ein Nachhilfelehrer mit über die Hausaufgaben hinausgehenden Aufgaben auf die Nachhilfestunde vorbereiten müsse. Der Lernhelfer unterstützt lediglich bei der Erledigung der Hausarbeiten, so Schulleiterin Bauer.

„Danke, dass du kommst“

Wenn es wirklich mal Verständnisschwierigkeiten gibt, so könnten sich die Lernhelfer auf das Kollegium verlassen, betonen Keck und Kruse. Sie fühlen sich an der Grundschule Gauerbach willkommen. Wertschätzung und Dankbarkeit erfahren sie auch von ihren kleinen Klienten. „Manche Kinder sagen oft: „Danke, dass du kommst!““, freut sich Keck. Ein Mädchen, das sie über lange Zeit betreut hat, habe ihr auch regelmäßig ihr Herz ausgeschüttet. „Das gehört auch dazu“, meint die Hausfrau aus dem Gauerbach. Für die Schüler sei die Lernhilfe ein großer Schritt in Richtung Spaß am Lernen. Die Hausaufgaben seien nicht mehr angstbesetzt, sondern die Schüler wissen ja nun, dass sie sie gut erledigt hätten, darin sind sich ehrenamtliche Lernhelfer und die Schulleiterin einig. „Das Thema ist hier auch nicht negativ besetzt. Im Gegenteil: Die Lernhilfe ist ein Bonbon. Manche Kinder fragen, ob sie auch einmal daran teilnehmen dürften“, erzählt Bauer. „Ein Lernhelfer hat einen anderen Stellenwert als ein Lehrer, denn er gibt ja keine Noten“, weiß Birgit Priesmeyer aus Erfahrung.

Neues Projekt

Priesmeyer hat aus dem Bereich, der ursprünglich nur für Grundschüler gedacht war, ein neues Projekt entwickelt. Hinnerk Marienhagen, Fachbereichsleiter für Arbeit und Wirtschaft an der Gesamtschule Emsland, habe bei ihr angefragt, ob das FZL eventuell Unterstützung im Technikunterricht bieten könne. „Daraus hat sich jetzt die Kooperation entwickelt, dass wir seit drei Jahren mit fünf Freiwilligen in den Technikunterricht gehen und den Schülern bei der Handhabung von Werkzeug helfen, damit der Lehrer in derselben Zeit Schülern an anderer Stelle helfen kann“, erläutert die technikaffine Priesmeyer, die früher als Maschinenbauingenieurin gearbeitet hat. „Toll, wenn die Schulen selber Vorschläge machen. Das spricht für unsere gute Kooperation“, freut sich Schubert.

Die Lernhelfer werden regelmäßig mit Fortbildungsangeboten, z.B. über das Thema Legasthenie, im FZL unterstützt. Ob die Lernhelfer denn auch nett seien, wollen wir von den Kindern der Grundschule Gauerbach wissen. Dafür ernten wir eifriges Nicken. Und Petra Keck wird seit ihrer Tätigkeit an der Grundschule ständig freudig gegrüßt, wenn sie mit ihrem Hund im Gauerbach spazieren geht.

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Lernhelfer im Freiwilligen-.Zentrum

Im FZL-Projekt „Lernhelfer“ sind neue Gesichter herzlich willkommen. Falls Sie Interesse haben, melden Sie sich bei Rita Hecker im

Freiwilligen-Zentrum Lingen e.V.

Lindenstraße 13

49808 Lingen

Telefon: 0591 – 9124640

Telefax: 0591 – 9124623

Internet: www.freiwilligen-zentrum-lingen.de

E-Mail: info@freiwilligen-zentrum-lingen.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr

Montag bis Donnerstag von 15 bis 17.30 Uhr

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