Neben der Tafel Unterkunft für Flüchtlinge auch in Lingen-Reuschberge

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Lingen . Mehr als 100 Interessierte waren zu einer Infoveranstaltung im Lingener Stadtteil Reuschberge gekommen, wo demnächst eine Flüchtlingsunterkunft am Langschmidtsweg direkt neben der Lingener Tafel entstehen soll.

Obwohl bis Ende März noch weitere 500 Flüchtlinge in Lingen erwartet werden, will die Stadt an dem Konzept der dezentralen Unterbringung festhalten. Das hat Oberbürgermeister Krone bei der Informationsveranstaltung am Dienstagabend im Haus der Vereine in Reuschberge deutlich gemacht. Die Umsetzung sei nur mit der Errichtung von modularen Unterkünften möglich, wie sie schon in Heukampstannen, Darme, Altenlingen und jetzt auch in Holthausen errichtet worden sind. In Reuschberge soll ein solches Wohnheim am Langschmidtsweg direkt neben der Lingener Tafel entstehen. Ein Bungalow, der seit vielen Jahren auf diesem städtischen Grundstück leer steht, soll dafür abgerissen werden.

Die meisten kommen aus Syrien

Mehr als 100 Interessierte waren in das ehemalige Unteroffizierheim im Emsauenpark gekommen, um sich über den aktuellen Stand der Pläne von Stadt und Verwaltung zu informieren. Neben Krone standen auch noch Katrin Möllenkamp und Günter Schnieders von der Stadtverwaltung sowie Hermann-Josef Schmeinck vom SKM den Besuchern Rede und Antwort.

Eingangs berichtete Möllenkamp über die Entwicklung der Zuweisungen von Flüchtlingen nach Lingen. Dabei wurde deutlich, dass die Kurve insbesondere seit dem Herbst des vergangenen Jahres steil nach oben geht. Waren es im Dezember 2014 noch 230, die in Lingen untergebracht werden mussten, stieg die Zahl im Dezember 2015 auf 480. Bei den Herkunftsländern stehe Syrien deutlich an erster Stelle. Aus den Balkanländern kämen immer weniger. Aktuell, so Möllenkamp, lebten in der Stadt 1034 Flüchtlinge, davon 384 in selbst angemietetem Wohnraum, 650 in von der Stadt bereitgestellten Unterkünften.

Vereine können wichtigen Beitrag leisten

Diese 650 Menschen, von denen 436 als Familien angekommen sind, müssten untergebracht werden. Und sie müssten integriert werden, was noch viel wichtiger sei, wie Krone betonte. Einen großen Beitrag, so der Oberbürgermeister, könnten dabei die Vereine leisten. Gerade bei Kindern in Sportvereinen könnten durch spielerische Aktivitäten sprachliche Barrieren überwunden werden.

Aufstocken bautechnisch nicht möglich

Es sei nicht geplant, diese modularen Unterkünfte zu vergrößern, entgegnete Krone auf eine Frage aus dem Publikum. Ein Aufstocken sei bautechnisch nicht möglich. Und um den dezentralen Charakter zu bewahren, sollten nicht mehr als 30 Menschen zusammen untergebracht sein. „Ich glaube, dass diese Zahl noch verträglich ist,“ ergänzte Schmeinck, der schon seit fast 30 Jahren in der Flüchtlingsarbeit aktiv ist und schon auf Erfahrungen aus den 1990er Jahren zurückgreifen kann.

Planung für Kindergärten muss angepasst werden

Wie es um die Kindergartenplätze bestellt sei, konnte Günter Schnieders nicht abschließend beantworten. Er unterstrich jedoch, dass die Kindergartenplanung angepasst werde, die Flüchtlingskinder gleichmäßig auf die Einrichtungen verteilt werden sollten und genau wie alle anderen Kinder möglicherweise zunächst auf Wartelisten stehen würden.

Lingener Tafel braucht mehr Freiwillige

Als neuer „Nachbar“ meldete sich auch Edeltraut Graeßner, die Vorsitzender der Lingener Tafel zu Wort. Sie appellierte an das Freiwilligenzentrum, ihr Helfer zu schicken, die sie dringend benötige. Mit der zunehmenden Zahl der Flüchtlinge, stieg auch die Zahl ihrer „Kunden“, was mit den aktiven Ehrenamtlichen nicht mehr zu stemmen sei. Außerdem könnten keine Förderanträge mehr gestellt werden, weil es kein Personal mehr gebe, die die Projekte umsetzten.

Diesen Appell gab Krone direkt an die Anwesenden weiter. „Bedenkenträgern“ aus dem Publikum, ob „das alles denn überhaupt machbar“ wäre, entgegnete der Oberbürgermeister mit dem Satz: „Wir sind stark gefordert, aber wir sind nicht überfordert.“

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