Vier Frauen im Portrait Fotoausstellung „Bäuerin in Messingen“ eröffnet


jleh Lingen. „Frauen sind super“, so pflegte es ein ehemaliger Lehrling von Ursula Kottebernds, Heimatverein Messingen zu sagen. Am Sonntag sind es vier Bäuerinnen aus Messingen gewesen, die im Fokus der Aufmerksamkeit standen. Die Fotoausstellung „Nahaufnahme: Bäuerin in Messingen“ zeigt die heutige Rolle und Arbeit der Frau in der Landwirtschaft. Die Ausstellung umfasst circa 100 Fotos, welche Andreas Eiynck angefertigt hat.

„Die Mädels, die in den Medien geschminkt bei der Arbeit im Stall zu sehen sind, haben mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun“, behauptet Eiynck, seines Zeichens Ethnologe. Wie sich der Alltag einer Frau in der Landwirtschaft gestaltet, von dem Papierkram, bis hin zur Fütterung der Tiere, zeigt die Fotoausstellung „Nahaufnahme: Bäuerin in Messingen“. Eiynck begleitete hierfür vier Frauen in ihrem ganz normalen Alltag: Marlies Wobbe, Mechtild Exler, Silvia Langenhorst und Elisabeth Kottbernds, die sich derzeit noch in der Ausbildung zur Landwirtin befindet.

100 Fotografien

„Als Ursula Kottebernds mir von der Fotoausstellung erzählte und mir dann auch noch sagte, dass sie noch einen Fotografen suchte, witterte ich meine Chance“, erzählt Eiynck. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 100 Fotografien, darunter vier große Portraitfotos, umfasst die Ausstellung, welche bis zum 26. Januar in der Gaststätte Thünemann in Messingen zu sehen ist. „Danach ziehen wir damit um in das Antoniushaus. Dort bleibt sie bis zum 10. März und kann nach Absprache besichtigt werden“, sagt Kottebernds.

Aufräumen mit Klischees

Die Fotoausstellung soll jedoch nicht nur über die facettenreiche Rolle der Frau in einem landwirtschaftlichen Bettrieb aufklären, sie soll auch einen Einblick in die Tierhaltung und generelle Zustände geben, um mit allgemeinen Klischees aufzuräumen: „Über Agrarwirtschaft wird nur noch in den Medien berichtet, wenn es einmal wieder irgendeinen Lebensmittelskandal oder Ähnliches gibt“, erläutert Eiynck. Die Leute würden sich dann kurzweilig über die Situation beschweren und dann doch wieder genüsslich in ihre Currywurst beißen. Eiynck selbst stammt aus einer Familie mit landwirtschaftlichen Wurzeln im Münsterland. Seit zwei Generationen allerdings ist Landwirtschaft in seiner Familie Geschichte.

50 landwirtschaftliche Betriebe in Messingen

Laut Kottebernds existieren derzeit um die 50 landwirtschaftliche Betriebe in Messingen. Ein wichtiger Gestaltungsfaktor also, der näher betrachtet werden solle. „Frauen und Landwirtschaft gehörten schon immer zusammen“, findet Kottebernds. „Frauen sind an der rasanten Entwicklung in der Landwirtschaft beteiligt: Sie sind Unternehmerinnen, Betriebsleiterinnen, oder üben weiter ihren erlernten Beruf aus und stehen hinter dem Unternehmen „Bauernhof“. Stellen müsse sich die Landwirtschaft der Öffentlichkeit ohnehin, sagt Eiynck: „An dem mangelnden Engagement unserer Bäuerinnen und Bauern wird unsere Landwirtschaft jedenfalls nicht scheitern.“

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