Kaiserwalzer als Höhepunkt Kammerorchester begeistert mit Tanzgalerie Lorenz in Lingen



Lingen. Das ist eine schöne Idee gewesen, beim Neujahrskonzert des Lingener Kammerorchesters zusammen mit über 50 Tänzern der Tanzgalerie Lorenz. Gemeinsam mit den Zuhörern im ausverkauften Theater an der Wilhelmshöhe sollte es eine Reise geben per Schiff („MS Lingen“) entlang der Donau – natürlich in Begleitung von Kaiser- und Prinzenpaar.

Immerhin durchquert die Donau zehn europäische Länder auf ihrem Weg ins Schwarzer Meer und bietet so eine breite Basis für ein leichtfüßiges wie begeisterndes Programm mit tanzbaren Orchesterwerken des 19. Jahrhunderts. Drei deutsche Tänze aus der Feder Ludwig van Beethovens machten hier den noch etwas spröden Auftakt, bei dem das Schiff geputzt wurde und die Majestäten an Bord gingen.

Mit Johann Strauß‘ berühmtem „An der schönen blauen Donau“ sollte die Reise dann losgehen. Es ging durch die Slowakei mit Ausschnitten aus Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“, durch Ungarn mit Tänzen von Brahms in die Ukraine mit einem wilden Gopak des Russen Modest Mussorgski. In mehreren Runden aber umschiffte dieses Programm natürlich Wien und seine Walzer.

Bildreiche Choreografien

In ausladend bildreichen Choreografien ( Svetlana Lorenz ) setzten die verschiedenen Tanz- und Ballettgruppen der Tanzgalerie die klangvoll gespielte Musik lust- wie liebevoll in Szene. Das Ganze wurde zu einer netten Geschichte verbunden mit Verlobung, mit Piratenangriff und sogar einer Wahrsagerin (bezaubernd solo getanzt von Caroline Lemm). Vorgetragen vom Dirigenten, Olaf Nießing, ließ man sich da gern mitnehmen. Tänzer und Orchester ergänzten sich hier vorzüglich und inspirierend, dass es für das Publikum eine Freude war.

Baumgartner an der Zither

Nur wenige Stücke spielte das Kammerorcheste r allein und hier war ein wahres Highlight der Gastauftritt des süddeutschen Zither-Solisten Hans Baumgartner, der Johann Strauß‘ „Geschichten aus dem Wiener Wald zu einem anheimelnden Idyll werden ließ, das dem Publikum spitze Ohren machte. Ein besonderes Erlebnis für die norddeutschen Hörer.

Krönender Höhepunkt des letztlich sehr bunten Programms aber – wie kann es anders sein – war der einzige, der Gänsehaut verursachende straußsche „Kaiserwalzer“. In seiner Größe und Erhabenheit bot er den Tänzern den Rahmen für ein feierliches Schlussbild, das begeisterte. Alle beteiligten Akteure standen hier am Ende auf der Bühne.

Mit einem solch schönen Neujahrskonzert kann man das Jahr gut angehen, das begeistert applaudierende Publikum hingegen konnte man nicht ohne wenigstens zwei Zugaben ziehen lassen. Und da konnte natürlich der „Radetzky-Marsch“ nicht fehlen.

Großer Dank gilt den Musikern, wie den Tänzern für einen gelungenen musikalischen Jahresauftakt, so auch ihren Leitern Svetlana Lorenz und Olaf Nießing.


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