Bürgerinitiative verzichtet auf Klage BP Lingen kann in Lingen auf gerodeter Fläche bauen

Zufrieden mit der gefundenen Lösung sind: (von links) Uwe Hilling, Peter Brömse, Wolfgang Dülle, Dieter Krone, Martin Tenger, Gerda Siebert und Bernhard Niemeyer-Pilgrim. Foto: Ludger JungeblutZufrieden mit der gefundenen Lösung sind: (von links) Uwe Hilling, Peter Brömse, Wolfgang Dülle, Dieter Krone, Martin Tenger, Gerda Siebert und Bernhard Niemeyer-Pilgrim. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Die BP Lingen hat am Montag die 2009 gerodete sechs Hektar große Fläche an der Waldstraße von der stadteigenen Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft gekauft. Martin Tenger von der Bürgerinitiative (BI) Pro Altenlingener Forst kündigte an, dass die BI auf eine Klage gegen die erneute Inkraftsetzung des Bebauungsplanes 20 verzichtet. Damit hat BP Planungssicherheit, um Betriebsteile auf dieses Areal auslagern zu können.

Oberbürgermeister Dieter Krone war es nach intensiven Bemühungen gelungen, die BI von der angekündigten Klage abzubringen und den jahrelangen Streit um die abgeholzte Fläche endlich ad acta zu legen. Nach dem Kahlschlag hatte sich seinerzeit die BI Pro Altenlingener Forst gegründet.

Am Montag trafen sich Gerda Siebert, Wolfgang Dülle und Martin Tenger (alle BI), CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling sowie Peter Brömse, Vorsitzender der BP-Geschäftsführung in Lingen und Geschäftsführer Bernhard Niemeyer-Pilgrim mit Oberbürgermeister Dieter Krone in dessen Büro. Die Vertreter der BI schenkten dem Lingener Stadtrat und der Verwaltung Glauben, dass der Altenlingener Forst nicht weiter angetastet wird. „Auch wenn ein Rest an Argwohn bleibt, trage ich den Kompromiss mit“, sagte Gerda Siebert, die Erste Sprecherin der BI ist.

Der Stadtrat hatte am 26. November mit großer Mehrheit für die erneute Inkraftsetzung des Bebauungsplanes 20 gestimmt, der allerdings anschließend „geheilt“ werden soll, um den Bestand der anderen Waldflächen mit Ausnahme eines eventuell notwendigen Streifens für ein Gleis der BP zu sichern. Die BI lehnte jedoch zu dem Zeitpunkt das Vorgehen ab, wie in der Einwohnerfragestunde deutlich wurde. Vielmehr kündigte der Zweite Sprecher Wolfgang Dülle eine Klage an.

Beim Treffen im Oberbürgermeisterbüro betonte Brömse, dass die Raffinerie mit dem Kauf des Grundstücks endlich Planungssicherheit habe. Vorgesehen sei, auf dem sechs Hektar großen Areal das Verwaltungsgebäude, die Werkstatt, die Feuerwehr und das Labor neu zu bauen. Am bisherigen Standort an der Raffineriestraße sollen nur die Produktions- und Kesselanlagen bleiben. Die jetzt erworbene Fläche sei passgenau. Die Bauarbeiten sollen laut Brömse 2017 beginnen. Die Fertigstellung ist 2019 oder 2020 vorgesehen. Darüber hinaus brauche die Raffinerie keine Flächen. „Die Raffineriebranche wird nicht weiter wachsen, sondern eher schrumpfen“, meinten Brömse und Niemeyer-Pilgrim unisono. Für ein weiteres Gleis in Lingen gebe es derzeit keinen Bedarf.

Für die BI machte Martin Tenger deutlich, dass die BI eine weitere Verringerung des Waldbestandes nicht hinnehmen würde. Er begrüßte es, dass die Stadt Kompensationsmaßnahmen im südlichen Bereich des Altenlingener Forstes umsetzen wolle, um auf diese Weise die Attraktivität des Waldes zu erhöhen. Die BI sei damit einverstanden, dass die abgeholzte Fläche exklusiv der BP zur Standortsicherung bereit gestellt werde.

Hilling betonte, dass die CDU-Mehrheitsfraktion mit dem Kompromiss sehr gut leben könne. „Wir treten mit offenem Visier auf“, betonte Krone. Es sei eben nicht Stil der Stadt, in heiklen politischen Fragen mit versteckten Klauseln zu arbeiten, warb er um Vertrauen. Er freute sich, dass für BP jetzt der Weg frei sei, um in den nächsten Jahren in Lingen 35 Millionen Euro zu investieren.


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