Frühzeitige Bürgerbeteiligung Bebauungspläne für Lingener Georg- und Kaiserstraße

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Lingen. Es klingt langweilig, bietet aber Anlass zu Diskussionen: Einstimmig hat der Planungs- und Bauausschuss (PBA) der Stadt Lingen die 24. Änderung des Bebauungsplans 124 „Baugebiet an der Georgstraße“ und die Aufstellung des Bebauungsplanes 176 „Östlich der Kaiserstraße“ verabschiedet.

Im Baugebiet an der Georgstraße plant die Stadt Lingen, bezahlbaren Wohnraum auf einem 9000 Quadratmeter großen Grundstück südlich des Brockhauser Wegs errichten zu lassen. „Anstatt der bislang, laut geltendem Bebauungsplan, zwei überbaubaren Flächen, wollen wir jetzt mehrere Flächen für kleinere Gebäude finden“, erläuterte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher. Der durch das Grundstück verlaufende Radweg sei bedeutend und solle erhalten bleiben.

Voraussetzungen für bezahlbaren Wohnraum schaffen

Den PBA-Mitgliedern stellte Schreinemacher eine Variante mit sechs Gebäuden vor. „Wir wollen das erst einmal als Idee präsentieren. Das ist das Prinzip der frühzeitigen Bürgerbeteiligung.“ Diese Möglichkeit der Beteiligung nutzte ein Bürger in der Einwohnerfragestunde des PBA. Seine Befürchtungen in Bezug auf bezahlbaren Wohnraum drückte er so aus: „Dies soll keine zweite ‚Neue Heimat‘ werden.“ Das im Stadtteil „Goosmanns Tannen“ gelegene Wohnquartier wurde in der Vergangenheit oft als Problemviertel angesehen.

Diesen Befürchtungen trat Uwe Hilling (CDU) entgegen: „Es sind ganz normale Leute, beispielsweise Handwerker und Krankenschestern, die mit ihren Familien bezahlbaren Wohnraum brauchen und wegen ihres Einkommens einen Wohnberechtigungsschein für sozialen Wohnungsbau haben.“ Seine Fraktion sei froh, dass dieses Grundstück jetzt überplant werde, um die Voraussetzungen für bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Stadtbaurat Schreinemacher erklärte, dass die Verwaltung eine Verteilung des bezahlbaren Wohnraums in der Stadt bevorzuge. „Aber wir brauchen eine gewisse Größe der Häuser, um entsprechend kostengünstige Bauverfahren anwenden zu können.“

Erstmals aufgestellt wurde ein Bebauungsplan für das Gebiet entlang der Kaiserstraße gegenüber des Campus Lingen. „Es ist hier sinnvoll, qualitativ und [...] hochwertige, der Hochschule zugeordnete Wohn- und Dienstleitungseinrichtungen anzusiedeln“, heißt es hierzu in der Vorlage der Verwaltung. Ausgeschlossen werden sollen in dem als Mischgebiet ausgewiesenem Areal beispielsweise Einzelhandel, Gewerbebetriebe, Tankstellen und Vergnügungsbetriebe. Solche dort derzeit vorhandenen Betriebe hätten Bestandschutz, erklärten Vertreter der Verwaltung.

Schreinemacher: Hochschulergänzende Gebäude geplant

Schreinemacher zeigte eine Karte des Areals, auf der von Hand vier größere Gebäude auf einem aktuell unbebauten Grundstück nördlich der Werkstättenstraße, gegenüber dem Campus Lingen liegend, eingezeichnet waren. „Die Hochschule war für rund 1500 Studierende geplant. Aktuell gibt es zwischen 2000 und 2300 Studierende“, erklärte der Stadtbaurat auf Nachfrage unserer Redaktion. Deswegen gebe es Planungen, „hochschulergänzende Gebäude“ auf dieser im Besitz der Stadt befindlichen Fläche zu errichten. Entsprechende Gespräche mit der Hochschule würden derzeit geführt.


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