Nachwuchstheater in Lingen Gelungenes Projekt „KunterBund“ im Alten Schlachthof

Von Eva-Maria Riedel


Lingen. Es ist vollbracht, und das Werk gelungen. Glücklich haben die jungen Darsteller den Beifall des Publikums im Alten Schlachthof genossen.

Im Februar begann das verortete Projekt „KunterBund“, dessen Kosten Arts by Children (ABC) getragen hat und das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Bund Deutscher Amateurtheater gefördert wurde.

Was im Ansatz so sehr offiziell klang, spielte sich in Workshops ganz bescheiden ab, denn, wie sagte Doris Schweizer, Workshopleiterin Theater, zu Beginn der Veranstaltung: „KunterBund“ stehe für die Farben, für die Vielfalt der Menschen und signalisiere, dass alle zusammenhalten müssen, damit die Welt funktioniere. Und zumindest in dieser kleinen Welt ist dieses Ziel erreicht worden.

Neuland in Sachen Kultur

Die Jungen und Mädchen, die in Sachen Kultur Neuland betraten, hatten ihre Aufgabe, ihr Ziel gefunden, das sie fleißig, auch mit Joke Ruhle, zuständig für die künstlerische Ausstattung der Aufführung, und Lulzim Bucaliu vom Emsländischen Kammermusikensemble, der für die musikalische Untermalung sorgte, erreicht haben.

Ausdauer und Kreativität

Ausdauer und Kreativität waren gefragt bei der Gestaltung des Bühnenbildes, das sich sehen lassen konnte und dem Titel „KunterBund“ entsprach. Texte wurden auswendig gelernt, Bewegungen geübt, die das Gesagte unterstreichen sollten. Gesangliche Einspielungen sorgten dafür, die Geschichte eines Königs, der mehr an sich selbst als an sein Volk dachte, noch intensiver in Szene zu setzen.

Viel Applaus für die Mühe

„Wir haben das übliche Durcheinander bei den Proben erlebt, mal klappte alles wunderbar und dann wieder nicht“, lachte Christel Grunewaldt-Rohde, die ABC vertrat. „Umso schöner nun der Moment, wo die Mühe mit viel Applaus belohnt wurde“, freut sie sich.

Ein König, dessen Volk sich aus Farben zusammensetzt, räumt seinen Untertanen jeweils einen eigenen Tag ein, einen blauen, einen roten und einen gelben. Das erschwert sein Regieren sehr, und er fällt des Abends erschöpft in einen tiefen Schlaf. Da muss er sich nun aber auch nicht wundern, dass es keinen Regenbogen mehr gibt. Dazu gehören natürlich alle Farben, zu gleichen Teilen und Rechten. So lautete der Tenor dieser verschiedenen Szenen, die sich zu einem kindgerechten musikalischen Theaterstück zusammenfügten.

Wenn auch das eine oder andere dieser Kinder später nicht mehr den Weg in die Kultur finden wird, weil die Lebensumstände eine andere Richtung erforderlich machen, so werden doch die Momente auf der Bühne, die eigene Leistung, die Wertschätzung, die ihnen widerfuhr, sie lange begleiten.

Allein schon dafür hat sich die Förderung dieses Projektes gelohnt, das mit lobenden Worten von Christel Grunewaldt-Rohde seinen kunterbunten Ausklang fand.